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Anfrage vom 27.09.2012

Frage:
Ich bin Elektromeister und plane und vertreibe Lüftungsanlagen und Infrarotheizungen. Nun zu meiner Frage:
Ich plane den Bau eines PH mit einer 100-mm-Massivholz-Außenwand und 240 mm Hanfdämmung und außen als Putzträger 6 cm Holzweichfaser.

Das Haus wird beheizt mit den internen Gewinnen, der Sonneneinstrahlung durch die Fenster und den Infrarotheizplatten mit großteils Strom vom Dach.

Gewinne durch einen Wärmefluss über die Erwärmung der Fassade durch direkte Sonneneinstrahlung werde ich nur sehr wenig haben, weil die 300 mm Dämmung da nicht viel durchlassen - denke ich!!

Zur Info: Durch die luftdichte Bauweise und einer selbstverständlichen Lüftungsanlage werde ich keinen Feuchteeintrag in die Außenwand bekommen, der mir die Dämmwerte verschlechtert.

Die Massivholzwand innenliegend ist ganz bewusst als Wärmespeicher gedacht. Zusätzlich kommt noch eine 24-cm-Tragwand aus KS mit 2400 kg/m3 längs durch das Gebäude.

Nun höre ich mein Konzept ist falsch. Besser wäre eine komplett massive Außenwand, die die Sonneneinstrahlung direkt einspeichert und nach innen weiterleitet. Die Sonne bringt ca. 740 W pro m2 (ohne Winkelkorrektur und direkte Abstrahl- und Reflexionsverluste) auf die opake Fassade und diese gelangen nach innen und erwärmen meine Wohnung.

Aber es wird immer nur 1 Viertel meiner Fassade (idealerweise ohne Verschattung) angestrahlt und das höchstens an 2000 h im Jahr. Hier ist der Wärmefluss sicher in der richtigen Richtung. In den anderen 6760 h geht es aber in die andere Richtung. Die Wärme von untertags dreht auf halber Strecke um und heizt den Garten.

Mein Bauchgefühl sagt, ich liege richtig - und der andere will mir ein Ziegelhaus verkaufen.

Was meinen Sie?

Antwort:
Ein Holzhaus ist klimatisch etwas besser als ein Haus aus mineralischen Baustoffen. Es ist aber abhängig vom Standort. In Nordafrika ist ein massives Haus besser, im Norden von Europa oder Kanada ein Holzhaus. Alle diese einschaligen Konstruktionen haben sich über viele Jahrhunderte bewährte. Wenn Sie sich für ein Holzhaus entscheiden, dann sollten Sie auf eine bewährte Konstruktion aus Schweden oder Finnland zurückgreifen. Wie sich Ihre vorgeschlagene Konstruktion langzeitlich verhält, kann ich nicht beurteilen. Kann funktionieren. Wichtig ist, dass die Konstruktion fugendicht ist und ein Diffusionsgefälle nach außen vorliegt. Die äußere Schicht muss sehr diffusionsoffen sein. Den Wetterschutz erzielt man durch einen großen Dachüberhang oder es wird eine Holzverschalung angebracht und als hinterlüftete Fassade ausgeführt.

Sehen Sie sich weit unten den Forschungsbericht an www.ib-rauch.de/bauphysik/formel/warmkoef4.html Tampere University of Technology, Ralf Lindberg,

Neuse Holzhaus in Bytchkiv Älteres Holzhaus in Bytchkiv
Ein neues und ein älters Holzhaus in Bytchkiv in Transkarpatien.
Dort ist es viel kälter als in Deutschland.

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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