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Eigenschaften von Hanf als ökologischer Baustoff und Nahrungsmittel

Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,05 Schüttung
0,045-0,055 Dämmplatte
0,040 (www.thermo-hanf.de)
Diffusionswiderstandszahl μ 1 - 2 Schüttung
1-2 beziehungsweise 10 - 15 Dämmplatte
Gewicht kg/m320 - 30
Günstige ökologische AspekteHeimische Produkt; wieder verwertbar; diffusionsoffen; feuchteausgleichend; gute Wärmedämmung; umweltschonende Herstellung; günstige Energiebilanz; schalldämmend, Hanfsamen als Nahrungsmittel Bestandteil von Blöcken für den Hausbau
Negative ökologische AspekteBrennbar; geringe Produktion, Verwendung auch als Rauschmittel
VerwendungHanfsamen als Nahrungsmittel, Bestandteil von Blöcken für den Hausbau, ökologischer Dämmstoff,
Fasern für Nähfaden, Bindfaden, Seile, Teppiche, Segeltuch, Gurte
Hanfsamen - Hanf-Öl zur Seifenherstellung, Rückstände der Ölfabriken sind Presskuchen und Hanfmehl als Kraftfutter, dient auch als Wintervogelfutter, Bestandteile werden aber auch für die Herstellung von Haschisch genutzt [1]

Hanf ist gehört zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. In Amerika wurde der Bau der ersten Häuser aus Hanf zu gelassen. Dieser Kostrobeton vereint alle positiven ökologischen und wirtschaftlichen Eigenschaften des neuen Mischbaustoffs bezogen auf Hohe Temperaturbeständigkeit, hygroskopischen Eigenschaften, Luftdichtheit, ost Langlebig und recyclingfähig sowie ein natürlich schöner Baustoff. Künftig bieten die nachwachsenden Fasern einen neuen Einkommenszweig. Bei der Verwendung als Dämmstoff bei der Produktion und beim Einbau ist jedoch das Verstaubungsverhalten der Pflanzenfasern noch nicht annähernd so untersucht wie Mineralfasern und eine mögliche Allergiebildung bei Gebäudenutzern noch nicht bekannt.

Die Hanfpflanze ist aber auch eine Nahrungspflanze

Die Hanfpflanze (Cannabis sativa) ist heute für die meisten Menschen ein Synonym für das Rauschmittel Marihuana. Einige Menschen behaupten, Hanf sei Medizin, andere sind sich über die Wirkungen des Rauschmittels nicht sicher. Was viele Menschen vergessen, ist die Jahrtausende alte Geschichte und die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der Pflanzen. So nutzte man die Hanfpflanze in China vor mehr als 8.500 Jahren, um strapazierfähige Stoffe herzustellen. Später erkannte man auch die Heilkräfte der Pflanze, sodass sie im Bereich der traditionellen chinesischen Medizin nicht mehr wegzudenken ist. Der wohl wichtigste Teil der Hanfpflanze sind jedoch die Hanfsamen: Sie sind eine wichtige Nahrungsmittelquelle, auf die kein Mensch verzichten sollte.

Hanfsamen als Lieferant für Eiweiß und Protein

Auch wenn der Name vermuten lässt, dass es sich um Samen handelt, sind Hanfsamen aus botanischer Sicht Nüsse. Die Nuss selbst ist von einer glasfarbenen Fruchtschale umgeben. In der Nuss selbst sind die eigentlichen Samen zu finden, die von Nährstoffen nur so strotzen.

Das Besondere an Hanfsamen ist, dass sie lebenswichtige Aminosäuren enthalten. Grundsätzlich benötigt der menschliche Körper insgesamt 21 Aminosäuren. 13 davon kann er problemlos selbst produzieren. Die acht verbliebenen (sogenannten essenziellen Aminosäuren) muss er jedoch über die Nahrung aufnehmen. Hanfsamen sind aus dem Grund interessant, weil sie alle acht Aminosäuren beinhalten.

Hanfsamen enthalten nicht nur alle acht Aminosäuren und sind aus diesem Grund ein hochwertiges Nahrungsmittel. Sie bestehen zu einem großen Teil aus dem Globulin Edestin, welches leichter zu verdauen ist als Sojaprotein. Diese Qualitäten machen Hanfsamen zu einem wichtigen Proteinlieferanten.

Hanföl aus Hanfsamen gewinnen

Hanfsamen lassen sich in die verschiedensten Speisen integrieren. Wie diese Rezepte zeigen, können sie Teil einer Gemüsecremesuppe oder eines Brotaufstrichs sein. Aus Hanfsamen lässt sich aber auch ein weiteres ebenso wertvolles Produkt erzeugen: Hanföl.

Um Hanföl aus Hanfsamen erzeugen zu können, ist eine schonende Ernte und Pressung notwendig. Die Samen müssen so lange gepresst werden, bis das Öl austritt. Dabei ist darauf zu achten, dass keine hohe Wärmeentwicklung stattfindet, die die Fette und Proteine chemisch verändern. Aus diesem Grund wird das Verfahren der Kaltpressung empfohlen. Nach der Pressung muss das Öl in einer luftdichten Abfällung in eine dunkle Flasche abgefällt werden. Nur so können die Fettsäuren und der nussige Geschmack des Hanföls erhalten bleiben.

Das Hanföl selbst eignet sich wie auch Olivenöl und andere Ölsorten zur Zubereitung aller erdenklichen Nahrungsmittel, insbesondere Salate. Es ist jedoch nicht zum Frittieren oder Braten geeignet, da sein Rauchpunkt bei 164 °C liegt. Dafür eignet es sich zum Dämpfen und Dünsten, solange Wasser die Entstehung zu hoher Temperaturen verhindert.

Hanfsamen selbst gewinnen oder kaufen

Hanfsamen zur Züchtung von Pflanzen sind auf suzyseeds.com erhältlich. Das Problem: Privatpersonen dürfen Hanfpflanzen nicht im heimischen Garten züchten. Das gilt leider selbst für den Fall, dass man lediglich die Samen benötigt. Laut dem Deutschen Hanfverband ist die Züchtung nur unter folgenden Bedingungen erlaubt:

Der Anbau von Nutzhanf ist nur den Unternehmen der Landwirtschaft im Sinne des § 1 Abs. 4 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) erlaubt, deren Betriebsflächen die in § 1 Abs. 2 + § 1 Abs. 5 ALG genannte Mindestgrößen erreichen oder überschreiten. Unternehmen der Forstwirtschaft, des Garten- und Weinbaus, der Fischzucht, der Teichwirtschaft, der Imkerei, der Binnenfischerei und der Wanderschäferei, dürfen Hanf nicht anbauen. Unter Gartenbau fallen auch Gärtnereien.

Interessierte haben die Möglichkeit, einen Bauern damit zu beauftragen, die Hanfsamen zu kaufen und das Feld mit den Pflanzen zu betreuen.

Eine andere Möglichkeit ist es, Hanfsamen direkt im Handel zu erwerben. Diese sind in der Regel bereits geschält und können direkt zu Speisen verarbeitet werden.

Beispiel Hanf als ökologischer Baustoff für den Hausbau

In dem nachfolgenden Video wird der Bau der ersten Hanfhäuser in Amerika beschrieben. Der Baustoff Hanf wird als eine monolithische Wand gegossen.


Quelle:
[1] Vorauslexikon zur Brockhaus Enzyklopedie F.A. Brockhaus Mannheim, 19. Auflage, Teil 2 1986, S. 509


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