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Kleidermotte [Tineola bisselliella] (Familie Tineidae - Echte Motten)

Die Familie der Tineidae ist vor allem durch diejenigen Arten bekannt, die als Vorrats- und Materialschädlinge in fast allen Ländern auftreten. Schwierig ist es, eine allgemeingültige Diagnose der Tineiden zu geben, denn eine sichere Abgrenzung ist nur unter Berücksichtigung der Genitalmorphologie möglich. Typisch sind der meist dicht mit Haaren besetzte Kopf, die kleinen Labialpalpen, der wenig entwickelte Saugrüssel und die Lebensweise vieler Raupen in sackähnlichen Gehäusen.

Ein Kosmopolit ist die Kleidermotte (Tineola bisselliella). Schon ab Mai fliegen die bräunlichgelben. mit einem kräftigen gelben Kopfhaarbusch versehenen Tierchen auch tagsüber in den Wohnräumen umher. Nicht selten trifft man sogar im Winter in geheizten Räumen noch vereinzelt Falter.

Die Weibchen legen die winzigen, weißen Eier an die verschiedensten Stoffe ab, vor allem an Wolle, Polster, Haare und Federn. Schon nach acht bis zehn Tagen schlüpfen die Räupchen. Sie bauen sich aus ihren Nahrungsstoffen, also Haaren, Federn und abgenagten Stoffteilchen, röhrenartige Gehäuse. Diese Wohnröhre tragen sie mit sich umher. Die vordere Öffnung dient zum Herausstrecken des Vorderkörpers, durch die hintere wird der Kot entfernt. Der Fressapparat der weißlichen, madenförmigen Tiere ist besonders kräftig entwickelt. Mit seiner Hilfe werden die verschiedenartigsten Gegenstände angenagt, durchlöchert und zerstört. Oftmals findet man ganze Kolonien dieser Plagegeister in Kleiderschränken, Polstermöbeln, in alten Fellen und unter den Scheuerleisten. Dies sind die idealen Brutstätten für die Kleidermotte.

Die erwachsene Raupe verwandelt sich schließlich in ihrer Wohnröhre zu einer gelblichen Puppe, die alsbald wieder den Falter entlässt. Dieser besitzt übrigens verkümmerte Mundwerkzeuge.

Neuerdings hat man von den Tineidae einige wenige Gattungen wie Euplocamus abgetrennt und in die Familie der Euplocamidae eingereiht. [1]

Bekämpfung und Vorbeugung von Wollschädlingen

Wollschädlingen sind Insekten, deren Larven in der Lage sind, die Doppelschwefelbrücken der Proteinmoleküle des Keratins zu spalten und damit Wolle, Federn und Haare zu verdauen. zum Beispiel Kleidermotte, Pelzmotte, Pelzkäfer, Speckkäfer
Präparate zur Bekämpfung sind zum Beispiel, Eulan U33, Eulan WA (chlorierte Sulfonamidderivate von Diphenylether), Eulan SP (Pyrethroid), Mitin Harnstoffderivat)[2]
Kleidung nur gewaschen, gereinigt oder gut gelüftet in den Schrank hängen. Da Motten keine Kälte mögen und sogar damit getötet werden können, ist eine kühle Aufbewahrung der Kleidung in Papier- oder Plastiktüten sinnvoll. Liegt ein Mottenbefall vor, so ist eine gründliche Reinigung der Kleidung und des Schrankes vorzu nehmen. Empfindliche Kleidung (Wolle) kann z. B. zur Bekämpfung einige Tage in den Eisschrank gelegt werden oder einige Nächte im Freien haben denselben Effekt. Zum Schutz vor Mottenbefall helfen bei der Aufbewahrung ätherisches Öl, wie der Duft von Lavendel oder Zedern- bzw. Zirbelkieferholzstücke.

Quelle:
[1] Günter, K.; u. a.; Urania Tierreich, Insekten 2./3. Aufl. 1974, Urania-Verlag Leipzig/Jena/Berlin S.542
[2] Raff, Hermann; Chemie des Alltags A-Z, 27. Aufl., Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1990, S. 219

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