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Durchatmen: der Zusammenhang zwischen gesunder Luft und der eigenen Gesundheit!

Der Zusammenhang zwischen sauberer Luft, Luftschadstoffen sowie Atemwegserkrankungen wird von der Pneumologie, also der Lungen- und Bronchialheilkunde alljährlich erfasst und ausgewertet. Für die Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Luftverschmutzung, die weltweit gravierendste Gesundheitsgefährdung für den Menschen und der umweltbedingte Risikofaktor Nummer eins für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Monatseinkommen. Grundlage dafür kann nur die Wohnsituation sein, da tendenziell jeder in einer gewissen Art und Weise die gleiche Außenluft bzw. Frischluft einatmet. Abgesehen von regionalen Unterschieden (Land, Großstadt) muss die Abgrenzung der WHO somit aufgrund erhöhter Risikofaktoren erfolgt worden sein.

Als Wohnungsinhaber oder Hauseigentümer habe ich die Möglichkeit, mit einer zentralen oder dezentralen Wohnraumlüftung meine Wohnung stets mit gefilterter Frischluft zu versorgen. Dies ist einem Mieter nicht ohne Weiteres möglich. Die tragische Konsequenz des Ganzen ist ein gesellschaftlicher Gesundheitsunterschied, der mit zunehmendem Gefälle teils erhebliche Konsequenzen für das Gesundheitssystem nach sich zieht. So liegt die Krankheitslast in Deutschland durch Luftverschmutzung an zehnter Stelle. Auf die Umwelt bezogen ist dies für die Gesundheit der Menschen hierzulande sogar der gefährlichste Umweltfaktor.

Die negativen Auswirkungen von Luftschadstoffen auf die Gesundheit!

Laut dem Positionspapier "Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit" der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. von 2018 ist die Luftschadstoffbelastung ein hochkomplexes Gemisch aus organischen und anorganischen Partikeln, welche lokal aus Verbrennungs- und Abriebprozessen stammen. Die Quantifizierung von chronischen Erkrankungen, welche bereits 2006 die WHO dazu veranlasste, Luftqualitätsrichtlinien zu verifizieren, führten zur sogenannten "Global Burden of Disease Study" von 2015, die den erheblichen Einfluss von Luftschadstoffen auf die Mortalitäts- und Morbiditätsrate quantifizierte. So können Partikel- und Partikelbestandteile in der Luft zu oxidativem Stress, entzündlichen Reaktionen, Störungen von Organfunktionen und vielen Krankheitssymptomen mehr führen.

Die Auswirkungen von Luftverunreinigungen auf die Lungenfunktion, das Herz-Kreislauf-System sowie andere metabolische Prozesse hat nicht nur Einfluss auf die Gesamtbevölkerung, sondern darüber hinaus auf die fetale Entwicklung. In Anbetracht dessen kann eine individuelle Expositionsminderung nur durch eine Reduzierung der Schadstoffemission, infrastrukturelle Maßnahmen, Vermeidungsstrategien oder technische Innovationen erfolgen. Feinstofffilter, die in ein Lüftungsgerät eingebaut werden, wäre einer dieser Möglichkeiten.

Die Vorteile und Nachteile einer zentralen und dezentralen Raumlüftung!

Im Neubau oder bei der Altbausanierung ist im Zuge der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) der Bundesregierung ein geringerer Wärmeverlust, Wärmebedarf sowie CO2-Emission anzustreben. Eine kontrollierte Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wird in diesem Zusammenhang nicht vorgeschrieben, ist energetisch aber wertvoll. Um Feuchtigkeitsschäden sowie Schimmelbildung zu vermeiden, ist die Automatisierung der Zuluft, um ein Vielfaches effektiver als eine reine Fensterlüftung. Wohnungsinhaber und Mieter stellen sich somit häufig die Frage, welches System besser für ihren Hausstand ist.

Wohnungslüftung

Handelt es sich bei dem Gebäude um einen Neubau, lässt sich das zentrale sowie dezentrale Wohnlüftungsgerät problemlos in die Bausubstanz integrieren. Bei einem bestehenden Altbau sind hingegen die dezentralen Geräte, aufgrund der raumgebundenen Verteilung und Positionierung in der Außenwand, ein Vorteil. Für eine zentrale Raumlüftung müssen die Rohre wie bei einer Heizung versteckt eingebaut werden, was nur beim Rohbau effektiv funktioniert. Abgesehen von dem Planungs- und Installationsaufwand, der bei einer zentralen Wohnraumlüftung weitaus höher ausfällt, sinken der Energieverbrauch und die CO2 Emissionen des Hauses bei beiden Systemen deutlich (dezentral ca. 18 Prozent, zentral ca. 22 Prozent). Wird das Gebäude neu im Sinne des KfW-Effizienzhauses 70 gebaut, sind sogar Energieeinsparungen bis 50 Prozent möglich. Der wesentliche Vorteil einer zentralen Anlage ist, dass im Winter die Frischluft durch einen Wärmetauscher zunächst erwärmt werden kann und im Sommer gekühlt. Da beide Anlagen über eine Feinfilterung verfügen, sind somit die einzigen Vorteile einer dezentralen Anlage, der geringere Installationsaufwand und möglicherweise die Wartung.


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