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Kurzbeschreibung und chemische Eigenschaften von Chlor

ClorChlor (chloros) hat das Elementsymbol Cl mit der Ordnungszahl 17 (Periodensystem). Die Atommasse beträgt 35,4527, die Schmelztemperatur liegt bei -101ºC und die Siedetemperatur bei -35ºC. Wertigkeit -1, +7, +5, +3, +1 (+4).

Eigenschaften: gelbgrünes, nicht brennbares, stechend riechendes Gas, 2,5mal schwerer als Luft. Chlor ist sehr reaktionsfähig und verdrängt Brom sowie Jod aus ihren Wasserstoff- und Metallbindungen. Verbindet sich mit vielen anderen Elementen zu Chloriden. Ist in Wasser mäßig löslich zu Chlorwasser. Gemische aus Chlor und Wasserstoff (Chlorknallgas) explodieren bei Zufuhr von Wärme oder Licht. Chlorgas ätzt stark die Schleimhäute der Atmungsorgane und zerstört die Lungengewebe. Bereits 0,05% wirken nach 1 bis 2 Stunden tödlich. Cl- -Ionen sind für die tierischen Organismen lebensnotwendig (zum Beispiel für die Magensaftbildung und den Wasserhaushalt des Organismus.)

Vorkommen: Nur gebunden, Meerwasser enthält 2% Cl- -Ionen, von diesem stammen die Salzablagerungen, elfthäufigstes Element auf der Erde.

Verwendung: Chlor gehört zu den wichtigsten Grundchemikalien der chemischen Industrie. Hier einige Beispiele, Chlorbenzol als Schädlingsbekämpfungsmittel, als Bleichmittel, PVC, Salzsäure, Chlorkalk, Waschmittel, als Desinfektionsmittel für Trink- und Badewasser und vieles mehr.

Bauwesen: Chlor ist ein Ausgangstoff für die Herstellung von PVC-Bauteilen. Früher wurden teilweise chlorhaltige Frostschutzmittel bei der Herstellung von Mauerwerk zugegeben. Ebenso kann das Salz im unteren Mauerwerk auch von Tausalz stammen.
Chloridausblühungen auf Ziegelrohbauflächen können aus unsachgemäßer Absäuerung stammen. Das Mauerwerk muss vor dem Absäuern gründlich genässt werden und nach dem Absäuern muss schnell und reichlich nachgespült werden. Zweck ist es, mit verdünnter Salzsäure bereits abgebundenes CaCO3 (wasserunlösliche Mörtelspritzer) in lösliches und abwaschbares Kalziumchlorid umzuwandeln.

Chloride sind hygroskopisch, sie nehmen bei feuchtem Wetter aus der Luft so viel Wasser auf, dass sie in Lösung übergehen (feuchte Flecken an der Wand). Trocknet die Wand wieder ab, so kristallisiert das Salz aus. Dieser Vorgang wiederholt sich ständig und der Kristallisationsdruck zermürbt allmählich den Mörtel und die Steine, siehe auch den Artikel zu Mauersalze.

Chlorhaltige Materialien beim Bauen und Wohnen, auf die man leicht verzichten kann, sind zum Beispiel:

Nachweisreaktion: Chloridionen
Reagens Silbernitrat AgNO3
Reaktionsmerkmal Fällung weißes Silberchlorid AgCl

Weitere Empfehlung www.seilnacht.com/Lexikon/17Chlor.htm

Quelle: Kur, Friedrich ; Wohngifte, Handbuch für gesundes Bauen und Einrichtungen, 3. Aufl. Verlag Eichborn, 1993, S. 535
Schröter, Werner, u. a. Chemie, VEB Fachbuchverlag Leipzig 1986 S. 404-406
Scholz, Wilhelm; Baustoffkenntnis 13. Aufl., Werner Verlag 1995, S. 364


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