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Fliesen bohren mit dem Diamantbohrer

Ob in der Küche oder im Bad - bei Renovierungs- oder Modernisierungsarbeiten müssen in vielen Fällen auch Löcher in Fliesen gebohrt werden. Um hier bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt sich der Gebrauch eines Diamantbohrers. Im Gegensatz zu Fliesen- oder Glasbohrern verringert sich so das Risiko von Beschädigungen an Fliese und Bohrfutter. Unter Umständen kann es erforderlich sein, Löcher in bereits bestehende Fliesen zu bohren, etwa um Armaturen oder Heizkörper an der Wand zu befestigen. Das Bohren von Fliesen ist eine mitunter schwierige Angelegenheit. Fliesen neigen dazu zu zerspringen oder abzusplittern, wenn sie nicht fachgerecht bearbeitet werden. Mit etwas handwerklichem Geschick sowie dem richtigen Werkzeug lässt sich das Fliesen bohren jedoch splitterfrei bewerkstelligen. Was sollte man in diesem Zusammenhang beachten?

Vorbereitungen

Vor dem eigentlichen Bohren gilt es zunächst einmal ein paar Vorbereitungen zu treffen. Vor allen Dingen ist es wichtig zu prüfen, ob sich an der Stelle des geplanten Bohrlochs keine Leitungen hinter der Wand befinden. Wenn hierzu keine Pläne vorliegen, kann man sich auch einem entsprechenden Messgerät bedienen. Wenn sichergestellt ist, dass sich keine Wasser- oder Stromleitungen an der jeweiligen Stelle befinden, kann die Position des Bohrlochs mit einem Stift markiert werden. Mit transparentem Klebeband wird die Markierung dann abgedeckt um Schäden an der Fliese beim Bohren oder gar das Abrutschen des Bohrers zu vermeiden. So vorberietet kann es dann an das Bohren gehen.

Warum ein Diamantbohrer?

Die Wahl des passenden Bohrers ist bei Bohrarbeiten an Fliesen besonders entscheidend. Welcher Bohrer dabei genau zum Einsatz kommt, ist zunächst einmal abhängig von der Härte der Fliesen. Die sogenannte Ritzhärte wird in einer Skala von 1 bis 19 (sehr hart) eingeteilt. Bis zu einer Ritzhärte von 3 lassen sich mitunter noch Fliesen- oder Glasbohrer verwenden, darüber hinaus muss ein Diamantbohrer genutzt werden. Für das Bohren in Fliesen ist ein Diamantbohrer also die erste Wahl. Die keramische Glasur von Fliesen kann mitunter sehr hart sein, sodass ein Durchbohren mit herkömmlichen Bohrern nicht möglich ist. Ein Diamantbohrer kommt neben Fliesen auch bei Bohrarbeiten in Feinsteinzeug oder anderen sehr harten Materialien zum Einsatz. Ein Diamantbohrer ist ein Bohrmaschinenaufsatz mit Diamantbeschichtung. In den meisten Fällen muss ein entsprechender Bohrer über eine Wasserkühlung verfügen, hier ist darauf zu achten, dass der Wassertank vor Gebrauch auch aufgefüllt ist. Während ein Diamantbohrer ideal für harte Materialien ist, kann er bei Arbeiten an weicheren Materialien wie Holz Schaden nehmen. Unterschiede bei Diamantbohrern bestehen im jeweiligen Durchmesser. Unter folgendem Link gibt es weiterführende Infos zum Diamantbohrer.

Der Bohrvorgang

Wichtig beim Bohrvorgang ist, den Bohrer möglichst rechtwinklig an der Markierung anzusetzen. Wenn dies Schwierigkeiten bereitet, ist es ratsam eine entsprechende Führung zu verwenden. Je rechtwinkliger der Bohrer angesetzt wird, desto sauberer lässt sich das Loch bohren. Beim Bohren in Fliesen sollte der Bohrer stets mit niedriger Drehzahl und geringem Druck betrieben werden. Zudem sollte eine Schlagbohrfunktion in jedem Fall ausgeschaltet werden, um Schäden an den Fliesen zu vermeiden. Sobald die Fliese durchbohrt ist und der Bohrer in das Mauerwerk erreicht, kann mit normalem Druck weiter gebohrt werden. Da es sich wie bereits erwähnt, um eine gewisse Herausforderung handelt saubere Löcher in Fliesen zu bohren, kann es durchaus sein, dass Bohrfehler korrigiert werden müssen. Um diese Schäden auszubessern, empfiehlt es sich speziellen Fliesenspachtel zu verwenden. Auch gesprungene Fliesen müssen nicht unbedingt ausgetauscht werden, sofern sich der Fehler optisch noch korrigieren lässt.

Auch das Tragen einer Schutzbrille ist beim Bohren Grundsätzlich eine sinnvolle Angelegenheit. Sollten zwei Borlöcher etwas weiter auseinanderliegen, jedoch eine entsprechend gleiche Höhe der Löcher gewünscht sein, so ist eine Wasserwaage unabdingbar. Am Ende gilt es den passenden Dübel in das Bohrloch zu setzen. In der Regel reicht dabei ein kleinerer Universaldübel, bei schwereren Gegenständen wie Wandheizungen oder Waschbecken hingegen empfiehlt sich die Verwendung eines Porenbetonankers. Sollte der Dübel nach dem Einsetzen noch etwa überstehen, lässt er sich vorsichtig mit einem Gummihammer in die Wand klopfen. Sollte dies noch immer nicht zum gewünschten Ergebnis führen, lässt sich der Überschuss auch mit einem Teppichmesser abschneiden.

Achtung

Mit einem Diamantbohrer lassen sich also Löcher in harte empfindliche Materialien wie Keramik, Stein oder Glas bohren. Im Vergleich zu anderen Bohrern besteht dabei nur ein geringes Risiko von Beschädigungen. In Mietwohnungen sollte das Bohren von Fliesen in jedem Fall mit dem Vermieter abgesprochen werden. Unter Umständen kann es sein, dass dieser es untersagt. In einem solchen Fall können evtl. entsprechende Klebelösung eine Alternative zum Bohren darstellen. Eine weitere Möglichkeit ist das bohren in die Fugen. Sofern sich das jeweilige Projekt auch so umsetzen lässt, sollte man diese vorziehen.

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