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Beschreibung der Funktion eines Balkons

Balkon im Dachgeschoss

Bei Mehrfamilienhäusern bilden Balkons einen Ersatz für die Wirtschaftsfläche oder den Garten.
Hier hat man aber oft das Problem, dass man mit wenig Platz haushalten muss. Klappbare Gartenmöbel oder Wandelemente können dabei helfen, den Balkon möglichst geräumig zu halten. Ein Platz zum Sonnen ist für viele besonders wichtig auf dem heimischen Balkon. Doch auch ein Sonnenschutz sollte nicht außer Acht gelassen werden, denn ansonsten drohen bei längeren Aufenthalten auf dem Balkon Sonnenbrand oder gar ein Sonnenstich. Der Balkon kann ganz schnell mit wenigen schönen Stücken zu einer wahren Wohlfühloase werden. Es gibt schicke Design Gartenmöbel auch schon für relativ kleines Geld, die sich genauso gut auf dem Balkon machen. Einiges kann man sich auch selbst zusammenbauen oder basteln. Im Internet kann man sich von den Angeboten von Thomas Gardener oder ähnlichen Anbietern inspirieren lassen und selbst zum Designer werden. Man findet auch viele Do-it-yourself-Anleitungen, mit deren Hilfe jeder in der Lage ist seinen Balkon mit einigen Handgriffen zu verschönern. Die Balkons sollten die Mindesttiefe von 1,00 m und eine Breite von 2,00 m nicht unterschreiten, da sonst eine zweckmäßige Nutzung kaum möglich ist. Bei einem Dachgeschoss können aber auch Terrassen gebaut werden und so zusätzlich den Wohnwert erhöhen. Es zeigt sich immer mehr, dass sich Wohnungen mit Balkon besser vermieten lassen als vergleichbare Wohnungen ohne Balkon.
Die Balkons können bei Wohnhäusern sowohl als Einzelbalkons oder als Balkonband ausgebildet werden. Neben einer architektonischen Gestaltung der Gebäude haben diese in erster Linie eine Funktion zu erfüllen. Balkons vor Küchen dienen als zusätzliche Wirtschaftsfläche zum Abstellen von Geräten und zur Aufbewahrung von Lebensmitteln in der kühleren Jahreszeit. Bei dieser Nutzung sollte zweckmäßigerweise die Balkonumfassung geschlossen sein.
Balkone vor Schlafräumen dienen zur Lüftung und Trocknung von Kleidung oder der Bettwäsche. Wegen der gewünschten Durchlüftung sind die Balkonumfassungen offen zu gestalten.

Balkons die zur Erholung dienen sollten eine südliche Ausrichtung haben. Hier sind die Balkonumfassungen mit einem gewissen Sichtschutz zuversehen. Die Ausführungen der Balkongeländer können aufgelockert sein.
Bei allen Balkons sind die Balkongeländer in einer Höhe von > 90 cm auszuführen. Bei Hochhäusern über 22 m ist wegen des Schwindelgefühls eine Höhe von > 1,20 m einzuhalten. Die Verstrebung ist so auszuführen, dass diese nicht von Kindern bestiegen werden können, es darf kein "Treppeneffekt bzw. Leitereffekt" entstehen.

Neben dem Wohnbalkon gibt es Fluchtbalkons, diese werden zum Beispiel beim Dachgeschoss an der Straßenseite angebracht, wenn die Fenster der Dachwohnung zurückgesetzt und durch die Feuerwehr nicht erreichbar sind. Daneben gibt es Umgänge bei Büro- und Industriegebäude, die zur Fassadenpflege dienen. Da diese nur durch Erwachsene benutzt werden, können die Geländer weiter und luftige ausgeführt werden.

Bereits bei der Konstruktion des Balkons ist eine richtige dauerhafte Befestigung der massiven Brüstung oder der Balkongeländer zu planen. Eine Befestigung der Stäbe auf der Balkonoberseite ist wegen der Isolierschicht handwerklich kompliziert und daher teuer. Fehler führen zur Durchfeuchtung der Konstruktion, was unter Umständen zur Schädigung der Baustoffe führt.
Einfacher ist die Befestigung an der Balkonvorderseite. Hier werden bereits beim Betonieren Stahlplatten eingelegt, die später zum Anschweißen der Geländerstäbe dienen.

Hier zwei Beispiele mit senkrechten Stäben zwischen zwei Flachstählen gefasst (links) und waagerechte Holzschalbretter.

Balkongeländer senkrechten Stäben zwischen zwei FlachstählenBalkongeländer mit waagerechten Holzschalbrettern

Bei offenen Balkons ist für eine richtige Abdichtung des Balkonfußbodens zu sorgen. Ebenso sollte Regenwasser über ein Ablauf ablaufen können. Je nach Ausführung sind auch geeignete Abtropfkanten vorzusehen. Bei dem nachfolgenden Balkon fehlen die Abdichtung des Balkonfußbodens und vor allem eine Abtropfkante. Das Wasser konnte so von der Stirnseite in die Betonplatte eindringen. Begünstigt wird dies durch die Korrosion des Eisens und den Wechsel der Aggregatzustände des Wassers im Winter, was in den feinen Poren und Rissen zu einer Sprengwirkung führt. Hinzu kommt die Karbonatisierung des Betons und der passive Korrosionsschutz wird aufgehoben.

Zerstörte Betonplatte durch Feuchteeinwirkung in Vinnitsa.Balkon im Dachgeschoss

Im nachfolgenden Bild wird ein Balkon als Dachausschnitt gezeigt. Auf die Holzbalkendecke wurde eine Bitumenwanne mit Betonestrich ausgebildet und außen mit Lerchenholz verkleidet. Durch die Fugen über den Fliesen und im oberen Bereich erfolgt eine Hinterlüftung, damit kann das Holz ständig ausreichend abtrocknen und der Aufbau funktioniert wie eine hinterlüfte Fassade.

Weiterhin ist zu beachten, dass für lotrechte Verkehrslasten in Wohnräumen für Holzbalkendecken mit 2 kN/m2 angesetzt werden. Bei Spitzböden können auf Grund ihres Querschnittsabmessungen und die bisher nur bedingt begehbar waren 1 KN/m2 gelten. Es ist weiterhin zu beachten, dass bei Balkonen, Laubengänge und offene, gegen Innenräume abgeschlossene Hauslauben bis 10m2 Grundfläche mit einer Verkehrslast von 5 kN/m2 zu rechnen ist. [1] Erfolgt ein Dachausschnitt, so sind diese statischen Merkmale zu berücksichtigen und gegebenenfalls Änderungen (Verstärkung) an der Konstruktion des Deckenabschnittes vorzunehmen.

Wärme- und feuchtetechnisch sind diese Ausführungen sehr kompliziert. Einmal darf von oben keine Feuchte durch Niederschlag eindringen, andererseits darf in der Holzbalkendecke sich keine Feuchte anlagern, die über Wasserdampf durch die Zimmerdecke eindringen kann. Siehe hier auch den Artikel Dampfbremse.

Quelle:
[1] Schneider, Klaus-Jürgen; Bautabellen mit Berechnungshinweise und Beispiele, Werner Verlag, 9. Auflage 1990, S. 3.11


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