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Salze am Dachsparren und Sanierung (Holzkorrosion, Mazeration)

Die Salze können aus den Dachziegeln und dem Verstrichmörtel stammen. Dachziegel bestehen aus Ton. Dieser ist ein Verwitterungsprodukt des Feldspats und besteht je nach Art aus den Elementen Kalium, Natrium, Aluminium, Silizium und Sauerstoff. Mit dem Schwefeldioxid in der Luft und entsprechender Bedingungen bilden sich Sulfate. Die Rolle des Verstrichmörtels ist dabei geringer. Je Standort können an dem gleichen Dachstuhl und vor allem an den Dachlatten zum Teil erhebliche Schadensunterschiede auftreten. Interessant ist dabei, dass die Dachziegel in den seltensten Fällen selbst Schaden durch die austretenden Salze nehmen, auch wenn die so genannten Ausblühungen oft nicht schön aussehen. Abhilfe schafft hier trockenes Abbürsten oder 2-prozentige Salzsäure. Nur wenn die Ziegel porös sind und Feuchtigkeit in sie eindringen kann, die mit den wasserlöslichen Salzen reagiert, sind auch hier Schäden möglich. Bei einem Dach liegen zur gleichen Zeit unterschiedliche klimatische Bedingungen (Sonnenschein, Niederschlag und Temperaturen) vor. Ein Dach muss daher hohe bautechnische Ansprüche erfüllen. Bei höheren Temperaturen wird der Abbau der langkettigen Zellulose durch Anionen und entsprechender anderer Bedingungen begünstigt. Das könnte unter Umständen auch die Ursache sein, warum auf der Südseite der Dachstühle in der Taubestraße und in der Stegewaldstraße (Leipzig) die Dachlatten stärker geschädigt waren als auf der Nordseite. (Wobei immer zu beachten ist, dass hier noch andere Einflussfaktoren vorliegen können.)

Bild 1: Chemische Korrosion an der Holzkonstruktion durch eine Überdosierung an Holzschutzmittel. Die Schädigung reicht bis 3 mm tief. (Auf den falschen Dachausbau soll hier nicht eingegangen werden.)

Chemische Korrosion an der Holzkonstruktion

Ebenso können die verwendeten Baustoffe unterschiedliche Inhaltsstoffe aufweisen, die nach längerer Standzeit noch vollkommen in Ordnung oder durch den Salzdruck völlig zerstört sind. (Dieser Fakt wurde bei Untersuchungen bei 20 40jährige Siedlungshäuser in Kohren Sahlis mit gleicher Bauart deutlich, die in einem Zeitabschnitt von ca. 4 Jahren durch verschiedene Baufirmen erstellt wurden.)


In der Vergangenheit wurden salzhaltige Holzschutzmittel und Flammenschutzmittel zu häufig oder mit zu hohen Konzentrationen auf Holzbauteile aufgebracht. Sind auf dem Holzteil zeitlich verschiedenartige Holzschutzmittel aufgetragen worden, so kann dies zu unerwünschten Nebenreaktionen führen. So zeigten gerade die vorgefundenen Holzfassern einer Dachlatte eines Leipziger Dachstuhls nach der Beilsteinmethode eine kräftige Grünfärbung, was auf ein halogenhaltiges Holzschutzmittel hinweist und ein Zeichen für eine Überdosierung an Holzschutzmitteln ist.

Bild 2: Chemische Korrosion an einer Dachlatte

Chemische Korrosion an einer Dachlatte

Einen weiteren Einfluss haben Luftverschmutzungen, zum Beispiel Schwefeldioxid, was in der Regel verstärkend wirkt.

Sanierung der chemischen Korrosion


Weiter wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse können Sie von Herrn Dipl.-Ing. A. Schwar über schwar@bauwesen.tu-cottbus.de erhalten.

Literatur

Dr.-Ing. habil. Klaus Erler; Alte Holzbauwerke - beurteilen und sanieren -, Verlag für Bauwesen Berlin 1997, Abschn. 3.5.
Dr.-Ing. habil. K. Erler; Vortrag "Korrosion/Mazeration von Holzbauteilen" Fachtagung Quedlinburg 19.3.1999
Dipl.-Ing. A.Schwar, Prof. Dr. Ing. habil. E. Kothe; Vortrag "Mazeration als Erscheinungsform der chemischen Korrosion am Beispiel von Konstruktionshölzern in Dachstühlen" Fachtagung in Quedlinburg 6.04.2001 Auszüge aus Dissertation
Kontakt über: Herrn Dipl.-Ing. A. Schwar schwar@bauwesen.tu-cottbus.de
Richtlinie für die Bewertung und Sanierung Pentachlorphenol (PCP)-belasteter Baustoffe und Bauteile in Gebäuden Okt. 1996

1) Entsorgung von Bauholz
Die Abfallgesetzgebung mit ihren Durchführungsverordnungen und technischen Anleitungen regelt den Umgang mit schutzmittelbehandelten Hölzern. Das Gesetz zur Förderung und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen setzt klare Vorgaben, wie mit Abfällen umzugehen ist.
Hölzer im bewohnten Innenbereich sind weitestgehend frei von Schutzmitteln. Eine Entsorgung dieser Hölzer unter dem Gesichtspunkt einer Schadstoffbelastung entfällt somit.
Aussteifende und tragende Hölzer, dazu gehört die Holzkonstruktion im Dachboden, zählen unter kontaminiertes Holz mit dem Abfallschlüssel 17213 mit den Entsorgungshinweisen 1. SAV (Sonderabfallverbrennungsanlage) 2.HMV (Hausmüllverbrennungsanlage).

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