Ingenieurbüro Arbeitsgestaltung und Baubiologie Peter Rauch

Schimmelpilzbildung

- Kurzfassung -

Kurzbeschreibung des SchimmelbuchesSchimmelpilze können an verschiedenen Bauteilen vorkommen. Zunächst soll geklärt werden, warum man eine Vermeidung anstreben soll und worin die Ursachen deren Entstehung liegen.

Die Pilze setzen sich aus drei wesentlichen Bestandteilen zusammen:

Sporen  Myzel  und Fruchtkörper

Die Samen der Pilze werden Sporen genannt. Diese befinden sich wie Staubteilchen in unserer Atemluft und sind wie Bakterien oder Viren ein fester Bestandteil unserer Umwelt. Konzentrationen, dieser Sporen ergeben sich immer dort, wo ein bereits vorhandener Pilz die Sporen produziert. Mikropilze der Gattungen Aspergillus, Penicillium, Absidia, Mucor und Rhizopus sind nur durch direkten Kontakt übertragbar. Sie wirken auf einen gesunden Menschen in der Regel nicht aus, jedoch ist das menschliche Immunsystem durch Krankheit geschwächt, so wirken diese als Krankheitserreger. Hier spielen vor allem die Stoffwechselprodukte bestimmter Schimmelpilze, die eine Vergiftung hervorrufen, eine Rolle. So können im geschwächten Immunsystem eingeatmete Sporen von Aspergillus fumigatus auskeimen und Lungenentzündungen, Tuberkulose oder Tumore hervorrufen.) Nicht alle Pilzkulturen sind schädlich. Treten im Haushalt Schimmelpilze auf, so sollten keine handelsüblichen Mittel zur Bekämpfung Anwendung finden. Ihre fungizide (pilztötende Substanz) passiert auf Chlor-, Schwefel-Stickstoff- und organische Zinnverbindungen. Es erfolgt praktisch ein Austausch eines Giftes durch ein anderes.

Die Werbeaussage zum Beispiel von Sagrotan schimmelpilzfrei ist falsch. Die Schimmelpilze kommen nicht von den Schimmelpilzflecken und bewegen sich in die Raumluft. Umgekehrt, aus der Raumluft kommen diese und setzen an der Wandfläche nieder, da dort unter Umständen günstige Lebensbedingungen vorliegen. Dort vermehren sie sich. Zweifelsfrei bewegen sich auch einige Pilze und Sporen in die Raumluft zurück. Nur das Aufsprühen eines Mittelchen beseitigt nicht die Ursache!

Checkliste um die Schimmelpilzentstehung zu vermeiden
  1. Welche Änderungen haben sich ergeben? (Neue Fenster, andere Tapete beziehungsweise Farbanstrich, andere Heizung oder anderes)
  2. Überprüfung der Lüftungsgewohnheiten, durch eine Querlüftung (3-4 Mal täglich) erzielt man schnell einen Luftwechsel;
  3. Kontrolle der Raumlufttemperatur und Oberflächentemperatur (Eckbereiche oder über Fußboden), die Differenz innerhalb einer Wohnung sollte 3-4 K nicht überschreiten;
  4. Erhöhtes Feuchtigkeitsaufkommen beim Backen, Braten, Kochen, Duschen, Baden sofort direkt ins Freie ableiten. Keine Verteilung der Feuchtigkeit in der Wohnung durch geöffnete Türen zu lassen. Die erhöhte Feuchtebelastung sollte möglichst 2 Stunden nicht überschreiten.
  5. Einsatz technischer Hilfsmittel (Entlüftungseinrichtung)
  6. Messung der Feuchtigkeit mit einem Hygrometer, 55% relative Luftfeuchtigkeit sollten in der kühleren Jahreszeit als Obergrenze eingehalten werden. Besser etwas unter 50%.
  7. Einrichtungsgegenstände an Außenwänden sind nicht Luftstrom behindernd anzuordnen (mindestens 5 cm Abstand zur Wand) und/oder die vordere Blendleiste entfernen. Raumecken sind möglichst frei zu halten, damit die Wandfläche ausreichend temperiert wird.
  8. Verwendung diffusionsoffener Baustoffe, Vermeidung von Dampfbremsen und  atmungsdichter  Stoffe, Folien, Tapeten oder Farben.
  9. Austrocknung feuchter Bauteile vor jeder Sanierung!
  10. Nachträgliche, zusätzliche Dämmmaßnahmen immer so anordnen, dass die Dämmschicht möglichst weit außen liegt, also dort, wo der Wärmeverlust am größten ist.

Berechnungstool für die Abschätzung einer Schimmelpilzgefährdung.
Auch wenn die o. g. Kriterien eingehalten werden, kann eine erhöhte Schimmelpilzkonzentration sichtbar werden. Ausführliche Hinweise über die Ursachen und welche Maßnahmen erforderlich sind, finden Sie im Handbuch Schimmelpilze in Wohngebäuden.



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