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Eigenleistung ist nicht gleich Eigenkapital

Herstellung eines Wandputzes
Peter Rauch beim Verputzen einer Innenwand

Fliesen legen, streichen, tapezieren - diese Tätigkeiten sind Arbeiten, die viele Bauherren selbst erledigen können. Wer selbst Profi oder begeisterter Laie ist, der kann wahrscheinlich noch mehr sparen, wenn er zu Hammer und Kelle greift. Das Problem: Viele Bauherren sind der Ansicht, dass sie durch die Eigenleistung viel Geld sparen und eine knappe Finanzierung ermöglichen können. Dieses Denken ist allerdings grob fahrlässig: Einige Banken erkennen die Eigenleistung zu bis zu 15 Prozent als Baukosten an. Diese Rechnung geht allerdings nur sehr selten auf.

Viele Bauherren überschätzen sich bei der Kalkulation der Eigenleistung. Die Arbeiten dauern häufig länger als geplant und auch die Kosten für das Baumaterial sind höher als zuvor berechnet. Hinzu kommt die Tatsache, dass es für die Eigenleistungen keine Garantie gibt. Als Faustregel gilt deshalb: Durch Eigenleistung kann maximal fünf bis zehn Prozent der Bausumme gespart werden - in der Regel ist es weitaus geringer.

Grundsätzlich kann die Frage, ob sich Eigenleistung beim Hausbau lohnt mit nein beantwortet werden, zumindest für einen Großteil der Bauherren. Selbst Profis haben in der Regel zu wenig Zeit, um an ihrem eigenen Haus zu arbeiten. Bei Laien geht alles viel langsamer, es treten Probleme auf, das Geld fehlt, oder wurde zu knapp berechnet und, und, und. Natürlich sollte niemand darauf verzichten, Fliesen zu legen oder zu tapezieren, wenn er es gut kann. Dennoch sollten solche Arbeiten nicht als Ersatz für Eigenkapital angesehen werden.

Um zu zeigen, wie viel eine "Muskelhypothek" tatsächlich sparen kann, nachfolgend eine Musterrechnung: Die Bauherren entscheiden sich, ein Reihenhaus in der bayerischen Hauptstadt zu bauen. Das geplante Haus wird drei Etagen inklusive Keller bei 140 Quadratmeter Wohnfläche besitzen. Bei reinen Baukosten von 275.000 Euro könnten die Häuslebauer maximal 25.000 Euro durch Eigenleistung einsparen. Das klingt zunächst nach viel Geld, schließlich könnten sie sich damit ein neues Auto kaufen. Um so viel einzusparen, müssten sie allerdings rund 850 Stunden auf der eigenen Baustelle schuften. Dies entspricht einer Arbeitszeit von einem halben Jahr. Wer allerdings eine feste Arbeitsstelle hat, für den werden diese 850 Stunden schnell zu mehreren Jahren. Für viele Menschen ist eine solch umfangreiche Eigenleistung somit nicht möglich. Was bleibt als Alternative übrig? Möglichst viele Tipps beim Hausbau verfolgen und dort sparen und Eigenleistung einsetzen, wo es sich wirklich lohnt und machbar ist.

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