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3. Möglichkeiten einer Kellertrockenlegung bzw. Mauertrockenlegung

Für die Anforderungen der Bauwerksabdichtung beim Neubau gilt die DIN 18195. Diese sind jedoch für eine nachträgliche Bauwerksabdichtung beim Altbau nicht anwendbar. Hier bietet das WAT Merkblatt "Nachträgliche Abdichtung erdberührter Bauteile" 4-6-05-D konkrete Hilfestellungen zur Schadensfindung und verschiedene Abdichtungskonzepte.

Zur Unterbrechung des bislang ungehinderten Transportes von Wasser beziehungsweise elektrolytischen Lösung ist der Einbau von horizontalen und vertikalen Dichtungsschichten möglich, die oft mit anderen flankierenden Maßnahmen verbunden sind. Dabei kommt der vertikalen Dichtungsschicht einer größeren Bedeutung als der horizontalen zu, da die senkrechte Berührungsfläche zwischen Mauerwerk und Erdreich sehr viel größer ist als die horizontale Kontaktfläche. Eine sorgfältige Vertikalabdichtung eventuell in Verbindung mit einer neuen Drainage und einer guten Abtrocknung im richtig belüfteten Keller reichen oft schon aus, wenn eine geringe Durchfeuchtung im unteren Wandbereich in Kauf genommen werden kann.

Bild 5: Die Veränderung des Feuchtigkeitsverlaufes im Kellermauerwerk nach einer Vertikaldichtung (rechts) soll hier beispielhaft dargestellt werden.

Bild Feuchtigkeitsverlaufes im Kellermauerwerk

In den Bildern 5a und b werden Beispiele gezeigt, wie eine Sperrschicht zu verlegen ist. Ganz wichtig ist die richtige Ausbildung der Kehle. Hier entstehen sehr schnell Fugen, wo dann die Feuchtigkeit eindringen kann.

Anbindung der horizontalen und vertikalen SperrschichtAnbindung der horizontalen und vertikalen Sperrschicht
Bild 5a/b: Beispiel für die Anbindung der horizontalen und vertikalen Sperrschicht

Zusammenfassend treten die Feuchttransportphänomene Kapillarität, Druckwasser, Elektrokinetik, Diffusion, Hygrothermik, Verdunstung, Osmose und Gravitation auf, die in ihrer Komplexität zu berücksichtigen sind.

So ist die gegenseitige Wirkung der Feuchte- und Salztransportvorgänge noch zu wenig und unsystematisch analysiert. [23] Theoretische und im Labor gewonnene Erkenntnisse können nicht ohne weiteres auf die vielfältigen Varianten in der Praxis übertragen werden.

Hier soll noch auf ein Problem hingewiesen werden, was unter anderem nach einer Sanierung eines älteren Gebäudes auftritt. Da die Standhöhe in alten Kellergewölben meist nicht sehr hoch ist, wird der alte Fußboden (meist Hartbrandsteine) abgesenkt. In der 2 oder 3 Mörtelfuge befindet sich die alte horizontale Dichtungsbahn. Sie ist meist nicht mehr voll funktionstüchtig, hat aber im Innenmauerwerk zum Teil ihre Aufgabe wahrgenommen. Durch das Absenken wird aber auch das Gründungsmauerwerk, welches seit vielen Jahrzehnten durch Feuchtigkeit und Mauersalze belastet wurde, freigelegt. Dieses befand sich zum Teil auch unterhalb der alten Fußbodenhöhe (1).
Eine zufrieden stellende Trockenlegung des freigelegten unteren Wandabschnittes ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkt (Aufwand zu Nutzen) nahezu nicht möglich.
Absenkung der Oberkante der Kellersohle um eine größere Raumhöhe zu gewinnen, findet öfter Anwendung. Vorher muss jedoch die ausreichende Gründung der Streifen- bzw. Einzelfundamente in Abstimmung mit dem Tragwerksplaner und Bodengutachter geprüft werden. Ist dann die Einbindetiefe des Fundamentes zu klein, so kommt es zwangsläufig zu Setzung.[46]

Absenken des Kellerfußbodens und Feuchteprobleme

Bild 6: Durch die Absenkung des Kellerfußbodens wird auch das vollständig durchnässte Gründungsmauerwerk freigelegt.

Hier soll auf ein weiteres Problem hingewiesen werden. Die Horizontaldichtung gerade bei älteren Gebäuden befindet sich in der 2. oder 3. Steinlage über den Fußboden. Analog befindet sich auch eine nachträglich eingebrachte horizontale Dichtung (Injektage oder Sperrschicht) oberhalb des Fußbodens. Aufsteigende Feuchtigkeit durchfeuchtet den unteren Mauerabschnitt bis zur Sperre. Befindet sich auf der Innenseite ein normaler hydraulischer Kalk- oder gar Zementputz, so kann die Feuchtigkeit mithilfe der Putzschicht über die Sperrschicht nach oben in das Mauerwerk gelangen. Es entsteht somit eine Feuchtebrücke über die Putzschicht. Es erweckt den Anschein, dass die horizontale Sperrschicht nicht funktioniert. Die Entstehnung von Feuchtigkeitsbrücken durch Innenputze Als Lösung wird hier vorgeschlagen, den alten Putz bis über die Horizontalsperre abzuschlagen. Auf das freigelegte Mauerwerk wird eine mineralische Dichtschlämme, die kunststoffvergütet ist, aufgetragen. Als Putz wird ein kunststoffvergüteter Zementputz der Wasser abweisend (hydrophob) eingestellt ist verwendet. Dieser Putz leitet das Wasser nicht mehr kapillar nach oben. Als Anstrich sollte wegen des guten Austrocknungsverhaltens Silikatfarbe verwendet werden. Da sich an diesen unteren Wandabschnitt sehr leicht Kondensat niederschlägt, ist für eine gute Lüftung bei gleichzeitiger Temperierung zu sorgen.

Bild 6a: Feuchtigkeitsbrücke durch den Innenputz

 

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