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4. Vertikale Verfahren zur Mauertrockenlegung durch Unterbrechung des kapillaren Transportes

Wenn bei alten Gebäuden fehlen senkrechte aber auch waagerechte Abdichtungsschicht beziehungsweise sie sind schadhaft. Die Folge sind nasse Wände. Um feuchte Wände langfristig zu trocknen, ist zunächst der Einbau der senkrechten (vertikale) Dichtungsschicht auf der Außenseite der Wand vorzunehmen. Wobei hier auch unterschiedliche Erfahrungen vorliegen. Das Verfahren kann nicht bedenkenlos überall angewendet werden. Es ist zu bedenken, dass bei einer äußeren Sperrschicht die über viele Jahre eingedrungene Feuchtigkeit einschließlich der Salze dann nur noch nach innen entweichen kann und entsprechend abgeführt werden muss.

Innen angebrachte Dichtungen sind billiger aber völlig wertlos, im Gegenteil sie führen langfristig zur Zerstörung des Gebäudes, da die Feuchtigkeit im Mauerwerk verbleibt und die Verdunstungsfläche nach oben verschoben wird.
Vor der Auswahl des Verfahrens muss geklärt sein, ob es sich um Erdfeuchte, nicht drückendes oder drückendes Wasser handelt.
Ebenso ist zu prüfen, ob nicht die Feuchtebelastung durch Kondenswasser oder durch hygroskopische Salze verursacht wird. Die Unterschiede der Oberflächentemperatur an der Kellerwand über dem Fußboden und ca. 1 m liegen bei 3 K und größer und im Sommer bei 16-18ºC und einer relativen Luftfeuchte von 70 % bedeutet dies 85 - 90%. Es ist zu beachten, dass eine Wechselbeziehung zwischen abnehmender Feuchte und zunehmendem Salzgehalt besteht. Die oberflächennahe Salzverteilung beeinflusst naturgemäß den Feuchtigkeitshaushalt des Mauerwerkes, weil sich die hygroskopische Feuchtigkeit beziehungsweise Sorptionsisotherme ebenso verändert wie auch das Verdunstungsverhalten. Die Komplexität von Feuchte- und Salztransport sind noch zu wenig berücksichtigt. Damit lässt sich auch erklären, dass viele Anwendungen zur Entfeuchtung (besser Verfahren zur Unterbrechung des bislang ungehinderten Transportes von Wasser oder von elektrolytischen Lösungen) in der Vergangenheit nicht ihre vorgegebene Zielsetzung erfüllen.
zum Beispiel bei alten Natursteinwänden in Burgen, alte Gebäude usw. kann man nicht bedenkenlos nachfolgende Verfahren übernehmen. Da hilft in vielen Fällen eine Oberflächenerwärmung (Taupunkt) und eine gezielte Lüftung für die Abführung der höheren Luftfeuchtigkeit (siehe Punkt geregelte Lüftung.)

Tabelle 2: Übersicht der vertikalen Verfahren

Methoden Kosten *)
(Schacht-arbeiten 2 m tief)
LebensdauerWartezeit/ TrocknungszeitAnmerkung
Aufbringen der Dichtungs-schlämme 162,00 Euro/m240 JahreKeine Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit, Riss gefährdet, ggf. durch Horizontaldichtung ergänzen
Aufbringen einer
Bitumenbe-schichtung
155,00 Euro/m2 40 Jahre 1 bis 2 Wochen Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit, Riss gefährdet, ggf. durch Horizontaldichtung ergänzen
Aufbringen eines Sperrputzes 160,00 Euro/m2 40 Jahre Keine Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit, Riss gefährdet, ggf. durch Horizontaldichtung ergänzen
Aufbringen von Dichtungsbahnen 190,00 Euro/m2 40 Jahre ggf. 1 bis 2 Wochen, wenn Ausgleichsputz Abdichtung gegen nicht drückendes Wasser, ggf. durch Horizontaldichtung ergänzen
Schleierinjektagekeine Angabenkeine Angabenkeine beziehungsweise wenige StundenGel wird durch die Bohrlöcher zur Rückseite des Mauerwerkes gepresst und bildet dort einen abdichtenden Gelschleier, Aufschachtarbeiten entfallen

*) Die Preise dienen lediglich als Orientierung und können je Ausführung und Ort variieren.


Bild 7: (rechts) Nach der Abdichtung wird eine Dämmstoffpatte im Verband geklebt.

Bild 8: (links) Aufbau einer Horizontalabdichtung mit kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung [25] Ganz wichtig ist der fugendichte Anschluss der Wand zur Bodenplatte mit einer ordentlichen Hohlkehle.

Unabhängig von den Forderungen der EnEV sollte bei einer Nutzung des Kellers als Wohnraum außen eine Perimeterdämmung angebracht werden (Bild 7). Die innen liegenden Wandoberflächen unterhalb der Geländehöhe haben gerade im Sommer je nach Ziegelmauerwerk eine relativ niedrige Temperatur. Da die angrenzenden tieferen Bodenschichten eine niedrigere Temperatur als die Außenluft haben. Die Temperaturdifferenz an der Innenwandoberfläche von Fußbodenhöhe bis zur Wandmitte können einige Grad betragen. Im Sommer, wo eine höhere relative Luftfeuchte vorliegt, kann dies das Schimmelpilzwachstum gerade im unteren Wandabschnitt begünstigen. zum Beispiel die Lufttemperatur beträgt 22 ºC mit einer relativen Luftfeuchte von 65 - 70 %. Dies ergibt an der Wand mit einer Temperatur von 15-16ºC eine relative Luftfeuchte von 90 - 100 %. Durch die Dämmung wird zwar das Problem nicht vollständig beseitigt aber durch die Temperierung der Wandoberfläche günstiger gestaltet. Die Temperaturdifferenzen dürften geringer werden. Der genannte Sachverhalt ist auch eine Ursache, warum das Kellermauerwerk besonders im Sommer gerade im unteren Bereich feucht ist. Es muss nicht immer eine aufsteigende Feuchtigkeit sein.
Gerade für den Neubau wurde das Thepro Bausystem entwickelt. Es verbindet die Abdichtung und Wärmedämmung hinterlaufsicher mit dem Mauerwerk. Das System verbindet sich homogen mit dem Beton. Auch bei einer Beschädigung kann sich Feuchtigkeit nicht ausbreiten. Die Abdichtung besteht aus einer mehrlagigen bituminösen Dichtungsbahn mit Gewebebahn und entspricht so den Anforderungen der DIN 18195.

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