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Wenn der Marder unterm Dach eingezogen ist

Unsere heimische Tierwelt ist vielfältig. Einige Wildtiere haben sich auch schon so sehr an uns Menschen und unsere Zivilisation gewöhnt, dass sie schon viel von ihrer natürlichen Scheuheit abgelegt haben. Das liegt mitunter daran, dass die Tiere dadurch ihre Vorteile entdeckten. So tauchen in Ortschaften immer wieder Füchse, einige Vogelarten wie Mauersegler, Haussperling, Turm- und Wanderfalke oder auch Schleiereulen auf. Aber auch andere Säugetiere neben dem Fuchs wie Wildkaninchen oder etwas Fledermäuse kommen vor. Sogar Waschbären treten immer häufiger auf, obwohl diese ursprünglich eigentlich gar nicht hier her gehören. Sie wurden wegen ihres Pelzes einst hierher verfrachtet und konnten sich dann auch in Freiheit hier gut einleben.

Oft werden diese Wildtiere von uns Menschen gar nicht bemerkt und gesehen. Das liegt mit dran, dass viele davon nachtaktiv sind und so eher unbemerkt bleiben. Manchmal kann man am nächsten Tag erkennen, ob ein Wildtier in der Nähe war. Dann sind vielleicht Mülltonnen umgeworfen oder zerfleddert, das Auto springt morgens nicht an oder man findet sogar verdächtige Spuren und Hinterlassenschaften im eigenen Zuhause. Hauptgründe dafür sind, dass es in der menschlichen Zivilisation möglich ist, leichter an Nahrung und auch an komfortable Wohnquartiere zu kommen. Das Zusammenleben mit dem Menschen bringt viele indirekte Vorteile für die Tiere.

Der Marder

Ein ganz besonderes Tier hat die Vorteile des Zusammenlebens mit dem Menschen für sich schon lange entdeckt: Der Marder, der teilweise auch als Schädling bezeichnet wird. Teilweise deswegen, weil es einige Unterarten davon gibt. So gehören das Mauswiesel, der Dachs, die Iltisse, das Wiesel, aber auch die Nerze und Fischotter zur Familie der Marder. Sie alle gehören zu den Carnivora, den Raubtieren und sind höhere Säugetiere. Wir bezeichnen umgangssprachlich als Marder meist echte Marder beziehungsweise Stein- oder Baummarder. Am häufigsten fällt der Begriff "Marder" wohl im Zusammenhang mit Beschädigungen an Autos (durch Steinmarder) oder sogar auch im Haus selber.

Die Marder können bis zu 20 Jahre alt werden. Ihre ursprüngliche Nahrung besteht aus Würmern, Vögeln, Eiern, Fischen, Krustentieren, Insekten, auch kleiner Säugetiere, Amphibien und Beeren, Obst oder Pflanzenknollen. Da sie Dämmerungs- und Nacht-aktiv sind, wird man sie tagsüber eher selten zu Gesicht bekommen. Am Tag suchen sie Unterschlupf in Verstecken. Diese legen sie nicht selber an, sondern es handelt sich meist um verlassene Bauten von anderen Tieren. Aber auch Scheunen, Dachböden oder Autos sind beliebte Verstecke. Das eigene Revier wird ausgiebig mit Urin, Kot und einem Duftsekret aus ihrer Analdrüse markiert. Gegenüber anderen Tieren zeigen sie ein ausgeprägtes Territorialverhalten.

Wenn der Marder das Zuhause erobert hat

Vielleicht bleibt der neue Mitbewohner zuerst noch eine Weile unentdeckt. Aber nach einer Zeit wird man erste Anzeichen finden können. Wenn der Marder im Dach eingezogen ist, fällt das oft wegen der komischen Geräusche auf dem Dachboden auf, die man sich erst einmal nicht erklären kann. Gerade im Winter kann es passieren, dass der Marder einen warmen Unterschlupf sucht und es einfacher bei der Nahrungssuche haben möchte. Neben ungewöhnlichen Geräuschen kann man auch Kratzspuren an Pflanzen und Hausfassaden entdecken. Aber auch Aas- und Nahrungsreste können auf die Tiere hinweisen. Des Weiteren sind Fellbüschel, Marderfäkalien eindeutige Hinweise. Gerne werden auch Jungtiere auf dem Dachboden großgezogen, die für lautstarke Unterhaltung sorgen können.

Wie kommen die Marder unter das Dach?

Die Steinmarder können sehr gut klettern und darüber hinaus weit springen. So gelangen sie über Bäume, Pflanzen, Rankhilfen, Regenrinnen oder auch über Wände auf das Dach. Zum Eindringen reichen dann schon kleine Belüftungsschlitze, Mauerlöcher oder auch lose Dachziegel, um in Zwischendecken und Hohlräume zu gelangen.

Fallrohr
Bei uns war der Marder zwischen dem Fallrohr und der Hauswand nach oben geklettert. Wir hatten das Fallrohr im oberen Teil 20 cm von der Wand neu verlegt und der Marder konnte nicht mehr in den Dachboden.

Welche Schäden können Marder anrichten und was kann man dagegen tun?

Dadurch dass sich die Marder Tunnelgänge durch die Dachisolierung bauen, kommt es zum Verlust der Dämmwirkung. Noch schlimmer sind die Schäden an Leitungen, Strom- und Antennenkabeln. Aber auch Elemente einer Solaranlage können angenagt werden. Aas und Kot, welches die Tiere ins Haus bringen können, sorgen dafür, dass Maden und Fliegen sich breit machen. Darüber hinaus können Marder auch Krankheiten wie Tollwut übertragen. Der Steinmarder ist ein sehr reinliches Tier. Er trennt deshalb Schlafplatz, Speisekammer und Toilette. Der Urin tritt dann meist immer an der selben Stelle in den Boden ein und sorgt für sehr unangenehmen Geruch.

Einige versuchen den Marder mit Gerüchen oder sogar lauter Musik oder anderen Geräuschen und auch Ultraschall zu vertreiben. Das ist zwar für den Marder nicht gerade angenehm, aber er lässt sich damit meist nur kurz vertreiben und kommt dann auch wieder zurück. Mit einer Marderfalle können die Tiere getötet werden. Allerdings unterliegen Marder dem Jagdrecht und deswegen dürfen Laien nicht einfach solche Fallen aufstellen. Außerdem kann es durchaus passieren, dass ein ein anderer Marder die leere Behausung übernimmt.

Fazit

Besser ist es, die Schlupflöcher zu finden und zu verschließen. Um diese zu erkennen, kann man den Kratzspuren an der Fassade folgen oder auch eine Sandfläche um das Haus anlegen, um die Spuren besser erkennen zu können. Keinesfalls sollten die Löcher verschlossen werden, wenn das Tier und auch Jungtiere sich noch im Haus befinden. Die Marder könnten dann verhungern oder beim Ausbruchsversuch nur noch mehr Schaden anrichten. Generell ist das Hinzuziehen von professioneller Hilfe zu empfehlen.


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