Der Echte Hausschwamm - Serpula lacrimans [Wulf. ex Fr.]

seine Lebensgrundlage und andere holzzerstoerende Pilze

Fruchtkörper, Myzel und Sporen über mehre Qudratmeter

Inhaltsübersicht
A. Allgemeines zur Biologie der holzzerstörenden Pilze und Insekten
B. Serpula lacrimans [Wulf. ex Fr.] (Echter Hausschwamm)
1. Schadensbild
2. Wachstumsfaktoren
2.1. Feuchtigkeit
2.2. Temperatur
2.3. Einfluss des Lichtes und Luftaustausch
2.4. Funktion und Charakteristik des Mycels
2.5. Mycel- und Hypenmerkmale(mikroskopisch)
2.6. Cytologische Prozesse
2.7. Sporen
2.8. Substrat- und Umwelteinflüsse
3. Gesundheitliche Gefährdung
4. Weitere Hausschwammarten
5. Bestimmungsmethoden
5.1. Allgemein
5.2. Makroskopische Pilzbestimmung
5.3. Mikroskopische Pilzbestimmung
6. Sanierungsmaßnahmen
7. Zusammenfassende Darstellung von verschiedenen Schadensbereichen
8. Sanierung durch Eigenleistung
9. Sanierung von pilzbefallenen Materialien (Einrichtungsgegenstände)
9.1. Einleitung
9.2. Glatte Oberflächen
9.3. Poröse Materialien
9.4. Holz
9.5. Möbel
9.6. Haushaltkeramik
9.7. Textilien
Literaturzusammenstellung

A. Allgemeines zur Biologie der holzzerstörenden Pilze und Insekten

Der Befall durch holzzerstörende Pilze und Insekten erfordert eine erhöhte Feuchtigkeit, Kohlenstoffverbindungen als Energielieferant, andere Nährsubstanzen (Eiweiße, Fette), zum Beispiel im Holz ca. ein Anteil von bis 5%, sowie Spurenelemente (verschiedene Kationen und Anionen). Weiterhin spielen verschiedene Umwelteinflüsse und auch der pH-Wert eine Rolle. Gemäß der DIN 1052 (Holzbau) sollte die Ausgleichsfeuchte für Hölzer in allseitig geschlossenen Räumen mit Heizung 6-12% und unbeheizten Räumen 9-15% betragen. Diese Feuchtigkeit sollte auch beim Neueinbau von Holzteilen eingehalten werden. In der nachfolgenden Tabelle wird der Beginn des Wachstums verschiedener Schädlingsarten dargestellt.

  Temperaturen Holzfeuchte
holzschädigende Pilze 5ºC 13 - 30%

holzzerstörender Pilze

0 - 40ºC (15) 20 - 80 (100)%
holzzerstörende Insekten 10- 38ºC 10 - 60 %

Unter baulich gesunden Bedingungen sind Holzschädigungen wie zum Beispiel durch den Echten Hausschwamm nicht möglich.

Eine genaue Aussage, wann ein holzzerstörender Pilz entsteht, also Spuren auskeimen oder Myzelreste anfangen zu wachsen, kann nicht eindeutig bestimmt werden. Es gibt bestimmte Grenzbereiche (in den nachfolgenden Ausführungen benannt), die in der Praxis allgemein eingehalten aber auch unter bestimmten Umständen überschritten werden. Liegen optimale Bedingungen, Feuchtigkeit, Temperatur, Nahrungsgrundlage unda. vor, so ist die Wahrscheinlichkeit eines Befalls groß. Fehlen ein oder zwei der wichtigen Bedingungen, so kann kein Wachstum erfolgen beziehungsweise das nur schwach ausgebildete Myzel geht in ein Starreprozeß über und stirbt irgendwann ab. Ein wesentlicher Faktor ist auch die Zeitdauer, wo optimale Bedingungen vorliegen. Die unter Laborbedingungen ermittelten Ergebnisse können nicht ohne weiteres in die variantenreiche Praxis übernommen werden, wobei diese bestimmte Trends aufzeigen.
Bei den zahlreichen untersuchten Schadensfällen hat mehrheitlich auch der Echte Hausschwamm sein Wachstum eingestellt. An anderen Stellen lag Lebendbefall vor, obwohl scheinbar keinerlei äußerliche Bedingungen vorlagen. Die Ursachenentstehung lag zum Teil Jahre zurück. Die Aufstellung einer Systematik, wann und unter welcher Bedingung ein Wachstum erfolgt, kann wegen der großen Streuung nicht aufgestellt werden, beziehungsweise die gewonnen Ergebnisse lassen sich sowohl aus Haftungsfragen und wirtschaftlichen Überlegungen in der Praxis nicht sicher verwerten. Es gibt eine Reihe verschiedener Erscheinungsbilder und Erfahrungen, die zur allgemeinen Beurteilung herangezogen werden können. Diese werden im folgenden Abschnitten darstellen. Der Echte Hausschwamm zählt zu den am schwierigsten zu bekämpfenden Bauholzpilzen. Er stellt ein nur schwer abschätzbares Risiko dar und gilt daher als erheblicher Mangel nach BGB § 459.


B. Serpula lacrimans [Wulf.ex Fr.] (Echter Hausschwamm)


Der Echte Hausschwamm gehört zur Abteilung Echte Pilze, Eumycota, Klasse Ständerpilze, Basidiomycetes, Ordnung Aphyllophorales, Familie Warzenschwämme, Coniopharaceae, Gattungen Coniophora und Serpula. Im Brockhaus wird er zu den Löcherpilzen beziehungsweise im Brockhaus Biologie zu den Porlingen mit den Namen Merulius lacrimans ( = Merulius domesticus) zugeordnet. Zur Familie Porlinge, Poriaceae, gehört zum Beispiel der Weiße Porenschwamm, Poria vaporaria, der wegen dem ähnlichen Schadensbild, brauner Würfelbruch (Destruktionsfäule) verwechselt wird. Der Echte Hausschwamm ist auch unter dem Namen Merulius lacrimans bekannt. Die Gattung Merulius wurde von Fries nach rein äußerlichen Merkmalen aufgestellt, was zu dieser Zeit sicherlich auch nicht anders möglich war. Zu dieser Familie Fältlinge, Meruliaceae, werden die hellsporigen Arten berücksichtigt. Von Persoon wurden die braunsporigen Vertreter in die Gattung Serpula eingeordnet.

1. Schadensbild

Brauner Würfelbruch vom Echten Hausschwamm

Charakteristisch ist die Braunfäule (Destruktionsfäule). Dieser Pilz hat sich auf den Abbau von Zellulose spezialisiert. Übrig bleibt das Lignin, welches ein braunes Aussehen hat. Geschädigtes Holz hat an Holzoberfläche kubische Würfel mit meist 2 cm Kantenlänge. Die Würfelbrüchigkeit ist dunkel bis leuchtend braun.


Bild: Der Deckenbalkenkopf ist von der Stirnfläche zerstört.

Bei wirksamer Luftumspülung der Balken erfolgt ein Wachstum nur im Holzinneren. Bei brettartig verbautem Holz wölbt sich dieses rundrückig nach Außen, Bei zum Beispiel befallenen Türzargen oder Sockelverkleidungen aus Holz gibt es eine leichte Verwölbung, die oft nur an dem Abplatzen der Farbe zu erkennen ist. Bei optimalen und lang andauernden Befall kommt es zur vollständigen Zerstörung der Holzkonstruktion. Durch die verdeckte Schadensausbreitung sind die Schäden erst relativ spät erkennbar. Weiterhin typisch für den holzzerstörenden Pilz ist der Fruchtkörper und das ausgebildete schmutzig graue Myzel.

Der Echte Hausschwamm ist ein rein saprotropher Pilz, dass heißt, er befällt totes und verbautes Holz.

Destruktionsfäule: Durch den Abbau der Zellulose des Holzes wird die Grundstruktur des Holzes zerstört. Übrig bleibt das braune Lignin. Es entstehen Risse im Holz quer zur Fasserrichtung. Das Holz verliert an Festigkeit und es kann nicht mehr die Kräfte ableiten.
Korrosionsfäule: Von einigen Pilzen wird zuerst das Lignin abgebaut (später oft auch die Zellulose). Die weiße Zellulose bleibt übrig (Weißfäule). Das Lignin wird zur stärkeren Festigkeit des Holzes von den Pflanzen in das Zellulosegerüst eingelagert. Bei dieser Holzzerstörung bleibt daher die Struktur weitestgehend erhalten, und das Holz wird nur weicher.

Bild Hausschwamm an Holzbalkendecke


2. Wachstumsfaktoren


2.1. Feuchtigkeit

Die in Gebäuden vorkommenden Hausfäulepilze werden in zwei Gruppen nach ihrem Feuchteanspruch unterteilt.

  1. Gruppe nur vom Echten Hausschwamm vertreten (15-30%)
  2. Gruppe der Naßfäulepilze (30-80%)
  3. Niedere Pilze ( ab 80%)

Der Echte Hausschwamm benötigt nur zu Beginn seines Wachstums eine höhere Holzfeuchtigkeit von ca. 30% bis 40%. Als Minimum wird 17 bis 20% und als Maximum 90% angegeben. (Mombächer et. 1988) Zum Vergleich bevorzugt der Kellerschwamm (Coniophora puteana) eine Holzfeuchtigkeit von 45 bis ca. 70% und der Weiße Porenschwamm (Poria vaporaria) 30 bis 50%. Eine hohe Holzfeuchtigkeit benötigt der Ausgebreitete Hausporling (Weißfäulepilz), deren Schaden einen beträchtlichen Umfang annehmen kann, wobei der oft auch gleichzeitig an den etwas trockneren Randbereichen vorkommende Echte Hausschwamm im Verhältnis unbedeutend ist. Allerdings dann über die Zeit den größeren Schaden anrichtet.

Je nach Feuchtigkeitsgrad wachsen bestimmte holzzerstörende Pilze. Dabei können sich andere nicht beziehungsweise nur sehr gering ausbreiten. Dieser Fakt ist zu beachten, wenn zum Beispiel Wasserleitungsschäden oder andere starke Durchfeuchtungen vorliegen. Bei einer kurzzeitigen starken Durchfeuchtung kommt es eher zum Wachstum von Naßfäulepilze, wie den Muschelkrempling oder einer der anderen oben genannten Naßfäulepilze. Es ist hier eine schnelle und zügige Trocknung aller Holz- und anderer berührenden Bauteile vorzunehmen. (zum Beispiel In der Holzbalkendecke das Holz, die Schüttung und das angrenzende Mauerwerk.) Damit kann sich das Myzel des Echten Hausschwamms nicht beziehungsweise nur ungenügend entwickeln, da die optimale Feuchte für sein Wachstum nur kurzzeitig vorliegt. Junges Myzel stirbt nach einer bestimmten Zeit nach der Trocknung ab. Die Phase der Trockenstarre hängt von der Größe, der anderen Umgebungseinflüssen und sicherlich auch vom Stamm selbst ab.

Feuchte Räume mit wasserdampfgesättigter Luft sind für das Pilzwachstum besonders förderlich. Sinkt die Luftfeuchtigkeit unter 95%, so lässt die Zerstörungstätigkeit der Hausfäulepilze erheblich nach. Die Luftfeuchtigkeit steht im Zusammenhang mit der Substratfeuchte.

Alle Pilze erzeugen bei ihrem Stoffwechselprozeß Wasser. Beim Abbau der Zellulose werden Wasser und Kohlendioxid frei. Sie schaffen sich so einen Teil der benötigten Feuchtigkeit selbst "Atemwasser". Man bezeichnet diesen Fäuletyp als Trockenfäule. Bei einer guten Lüftung kann dieses Wasser abgeführt werden. Der Echte Hausschwamm hat sich besonders spezialisiert und kann so auch unter der Fasersättigung (bei ca. 30% Holzfeuchtigkeit) wachsen.

Bild: Hier eine "Trockenfäule" der Dielung an einer Innenwand. Wasserleitungen o.ä. sind nicht in der Nähe. An diesem Standort befand sich früher ein Berliner Ofen.

In mehreren Fällen betrug über längere Zeit die Holzfeuchtigkeit 12%-13%. Ab einer bestimmten Größe kann sich das Myzel auch auf trockenem Holz oder andere zellulosehaltige Stoffe ausbreiten. Hier wird das notwendige Wasser über das Strangmyzel transportiert.
Das Strangmyzel wächst nicht kreuz und quer durch das Gebäude. Also auch nicht von einer Etage zur anderen. Der Pilz bleibt grundsätzlich in der Nähe des befallenen Holzes, was zu Beginn des Befalls ausreichend feucht war. Beim Wachstum breitet sich das Myzel auf der Holzoberfläche aus, meist in die Richtung, wo eine höhere Holzfeuchtigkeit vorliegt. zum Beispiel bei einem Wasserschaden läuft Wasser in die Holzbalkendecke. Diese liegt in der Regel nicht exakt Horizontal. Das Wasser läuft in eine Richtung. Dieser Bereich wird zu erst befallen. Wird das darunter liegende Mauerwerk ebenfalls durchfeuchtet und bleibt dieses auch lange nass, so wächst hier das Myzel zwischen Mauerstein und Putz und gewinnt so das erforderliche Wasser. Vorwiegend sind die Mörtelfugen durchwachsen.
Längere Stränge konnte ich nur in den unteren Eckbereichen der Fußboden- und Wandanschlüsse feststellen. Das sind auch typische Stellen, wo die Feuchtigkeit im Raum am größten ist. Da das Holz an einem Ende befallen wird, ist es zwangsläufig irgendwann auch am anderen Ende geschädigt, zum Beispiel die Bundwandstiele, Fachwerkhölzer, Deckenbalken unda. Ab einer bestimmten Größe kann das Myzel auch Bauwerksteile oder Erdschichten durchwachsen ohne in diesem Bereich eine Nahrungsquelle vorzufinden. Geht jedoch die abgebaute Nahrungsquelle (Holz o.ä.) zu neige, so kann kein neues Zellmaterial aufgebaut werden. Sind zum Beispiel zwei Etagen befallen, so handelt es sich meist um zwei einzelne Befallsbereiche. Ein Bewuchs von einer Etage zur anderen ist über mehre Jahre möglich, was im bewohnten Zustand kaum möglich ist, da vorher die Türzargen oder die Wandverkleidung aus Holz abfallen oder die Bundwand solche Risse bekommen hat, dass bereits Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Beispiele für gefährdete Bereiche, wo durch ungenügende Lüftung die Luftfeuchtigkeit sehr hoch sein kann:


2.2. Temperatur

Holzzerstörende Pilze entwickeln sich in einem Temperaturbereich der minimal bei etwa 2...5ºC und maximal bei 35...40Ordm;C liegt. Innerhalb dieses Bereiches hat jede Pilzart ein bestimmtes Optimum. Dabei liegt die höhere Wachstumsgeschwindigkeit im höheren Bereich. In der nachfolgenden Tabelle werden ausgewählte holzzerstörende Pilze gegenübergestellt.

Pilzart optimale Temperatur Wachstum
mm pro Tag
Serpula lacrimans (Echter Hausschwamm) 20ºC um 81)
Serpula himantioides (Wilder Hausschwamm) 20-25 7
Coniophora puteana (Brauner Kellerschwamm) 22 11
Antrodia vaillantii (Weißer Porenschwamm) 28 12
Gloephyllum trabeum (Balkenblättling) 34 14-15
Stereum hirsutum (Zottiger Schichtpilz) 25 19
Trametes versicolor (Schmetterlingsporling) 30 18

1)(nach Cartwright und Findlay) sowie Schmidt 1994  1-10 mm, Jennings und Bravery 19991  1,5 - 9 mm

Aus dieser kleinen Übersicht kann entnommen werden, dass die Temperaturhöhe einen wesentlichen Einfluss auf das Wachstum der jeweiligen Pilzart hat. Die Temperatur in einem Haus beziehungsweise Wohnung liegt bei 20°C. Hier hat der Echte Hausschwamm gegenüber den anderen Arten zusätzlich günstigere Wachstumsbedingungen. An Bauteilen, wo in Zusammenhang mit der Feuchtigkeit höhere Temperaturen vorliegen, wächst der Weiße Porenschwamm eher. Der Balkenblättling hat bereits bei 20°C die gleiche Wachstumszunahme, wie der Echte Hausschwamm und liegt bei seinem Optimum bei fast dem Doppelten. Also in einem Bereich wo der Echte Hausschwamm (bei ca. 25°C) bereits sein Wachstum einstellt. (Zu beachten ist, wenn die Raumtemperatur 27°C beträgt, kann die Wandoberfläche eine Temperatur von 20°C und im Wandinneren noch weniger vorliegen. Im Wandinneren befindet sich das Pilzmyzel. Es wächst in diesem Fall besonders gut.) Der Echte Hausschwamm ist von der Sache nicht gefährlicher als die anderen holzzerstörenden Pilze. Es hängt von den jeweiligen Einflußfaktoren insgesamt ab. Die höchste hier genannte Zuwachsrate wird durch einen Weißfäulepilz, der Zottiger Schichtpilz, erreicht, der am lebenden Baum vorkommt.

Wird der Temperaturbereich über- oder unterschritten, so stellt sich Hitze- beziehungsweise Kältestarre ein, die über längere Zeit zum biologischen Tod führt.

Laboruntesuchungen in der BAM-Berlin-Dahlem ergaben, dass der Echte Hausschwamm im trockenen Holz in der Trockenstarre, bei einem gleich bleibenden Klima, wie folgt überlebt:

7,5°C ca. 7 Jahre
20 °C ca. 1 Jahr
27°C ca. 0,5 Jahre.

Dabei wurde festgestellt, dass die Überführung in die Trockenstarre ausgewogen und sehr langsam erfolgen muss, damit der Pilz im Holz nicht irreversibel abstirbt. Am Gebäude herrschen ständig klimatische Wechsel, so dass von einem kürzeren Starreprozess ausgegangen werden kann. (Ingo Müller 1999)

Dieser Fakt wird für alternative Bekämpfungsmethoden mit Hilfe des Heißluftverfahrens ausgenutzt. In Dänemark ist es eine anerkannte Bekämpfungsmethode. In Deutschland findet diese Methode als flankierende Maßnahme vor allem nur bei Baudenkmälern zulässig Anwendung. Das Problem besteht hier, dass zum Beispiel das massive Mauerwerk mit einer hohen Wärmekapazität aufgeheizt werden muss. Der Verbrauch an Heizenergie und der Rauchgasausstoß muss in einem realistischen Verhältnis zur herkömmlichen Bekämpfungsmethode entsprechend DIN 68800 Teil 4 stehen. Ein Gerät benötigt für die Erzeugung von 80.000 kcal/h ca. 7,8 kg. Heizöl. Bei einem Betrieb von 2 Geräten über 4 Std. entstehen so ca. 700 m3 Rauchgas mit 80 m3 C0, 0,58 l CO, 0,3 -0,6 kg Schwefel und 200 bis 400 l Schwefelgase, (Basiszahlen nach Uwe Sallmann) die Bekämpfungszeit für den Echten Hausschwamm liegt bei 3 - 6 Std. (Dr. Unger)

Ebenso kann keine Aussage zur erfolgreichen Abtötung der Hyphen im Holzinneren getroffen werden. Mit dem SELAREX-Verfahren werden in die Balkenköpfe beziehungsweise Balken in einem bestimmten Abstand Heizstäbe eingebracht und so das Holz über eine bestimmte Zeit aufgeheizt.

Aus Finnland kommt eine spezielle thermische Behandlung des Holzes, was unter den Namen Thermoholz bezeichnet wird. Bereits aus den zwanziger Jahren stammen erste Hinweise zu diesem Verfahren. Neben den anderen günstigen Eigenschaften soll dieses Holz durch den Hausschwamm nicht mehr befallen werden. (Sanni Rytke 1999). Bei Günter Langendorf wird die Abtötungsmöglichkeit von Pilzmyzel im Holz erwähnt. Nach Liese 1931 erfolgt der Hitzetod des Myzels für verschiedene Pilzarten:

Pilzarten Hitzetod nach Minuten bei
 40°C50°C 60°C
Serpula lacrimans (Echter Hausschwamm) - 15 min. -
Coniophora puteana ( Brauner Kellerschwamm) 15 min. - -
Antrodia vaillantii (Weißer Porenschwamm) - 30 min. -
Gloeophyllum sepiarum (Zaunblättling - - 60 min.

Die Sporen an der Oberfläche müssen einer Temperatur von 100°C über 4 Std. oder 80°C über 6 Std. ausgesetzt werden. (Dr. Unger 1996) In der Biotechnologie werden zum Sterilisieren der Produktionsanlage (Fermentor Tanks usw.) wesentlich höhere Temperaturen verwendet.

Eine weitere Alternative zeigt das Trocknungsgerät auf Mikrowellenbasis. Durch das "Aufheizen" des Mauerwerkes wird auch gleichzeitig das Myzel erwärmt. Die Eiweißstruktur wird so zerstört. In wie weit hier eine durchgängige Bekämpfung erfolgt, ist nicht bekannt. Allerdings dürfte allein durch dieses Verfahren kein Langzeitschutz vorliegen. In Kombination mit den anderen Bekämpfungsmethoden können hier sicherlich sinnvolle Lösungen gerade im Denkmalschutz erzielt werden.

2.3. Einfluss des Lichtes und Luftaustausch

Pilze sind chlorophyllfrei und benötigen für ihr Wachstum kein Licht, wobei dieses zum Teil hemmend wirkt. Für die Ausbildung der Fruchtkörperbildung wird eine gewisse Lichtmenge benötigt. (G. Langendorf)

Pilzart Zuwachs nach Tagen in mm
  Sonnenlichtdiffuses Licht
Serpula lacrimans (Echter Hausschwamm) 0 25
Coniophora puteana (Kellerschwamm) 25 80
Antrodia vaillantii (Weißer Porenschwamm) 11 25

Damit wird deutlich, warum ein Pilzbefall relativ lange unentdeckt bleibt. Sie bevorzugen dunklere und verdeckte Räumlichkeiten. Da der Echte Hausschwamm gegenüber den anderen Pilzarten mit relativ geringer Feuchtigkeit auskommt, ist sein Befall erst meist bei der Feststellung eines größeren Schadens erkennbar. Liegt eine ausreichende kontinuierliche Feuchtezufuhr, wie zum Beispiel defekte Heizungs- oder Wasserleitung, so verursacht der Kellerschwamm in der gleichen Zeit einen wesentlich größeren Schaden.

Pilze die dem Licht ausgesetzt werden unterliegen zwangsläufig auch einem Luftaustausch, was wiederum auch einen Feuchtigkeitsaustausch bedeutet. Pilze produzieren wie bereits im Punkt Feuchtigkeit genannt, einen Teil des benötigten Wassers selbst. Dieses wird so abgeführt und verringert damit den Stoffwechselprozess. Die Bedeutung der Zugluft und die damit verbundenen Austrocknung wird durch verschiedene Autoren, wie Grosser, Jennings und Bravery, Schmidt unda. betont.

2.4. Funktion und Charakteristik des Mycels

Das Oberflächenmyzel ist dick, polsterförmig und zunächst schneeweiß, später grau, bisweilen leicht gelblich oder auch weinrötlich gefleckt. Ältere Hyphen bilden Oxalsäurekristalle. Das Myzel ist auch daran zu erkennen, dass es in Faser beziehungsweise Wuchsrichtung reißt. Es lässt sich von der Unterlage gut lösen. Die Myceltypen werden in Luftmycel, Oberflächenmycel, Stränge und Zwischenmyzel unterschieden. Sehr junges Mycel lässt sich makroskopisch vom Kellerschwamm oder Braunen Warzenschwamm kaum unterscheiden, welches weiß bis gelblich ist und keine weinrötlichen Flecken aufzeigt. Die Stränge vom EH sind schmutzig-grau und bis zu über 10 mm dick. Ihre Form ist rundlich, bandartig, lappig oder nimmt auch die Form des Hohlraumes an, welches durchwachsen wird. (In der Fuge einer Türzarge hatte der Strang eine 1 cm dicke quadratische Form angenommen. Hinter Fußbodenleisten sind sie etwas abgeflacht.) Die Stränge brechen im trockenem Zustand wie Holz gleicher Stärke. Auch dünnes Myzel zerbricht. Gerade im Kellermauerwerk sind auch Wurzeln von in der Nähe stehenden Bäumen oder Gebüschen zu finden. Die Wurzeln unterscheiden sich in der Regel durch ihr dunkelbraunes aussehen und sind sehr biegsam. Ebenso wachsen sie aus der Wand und haben kein helleres Myzel. Sie sind visuell gut von einem Pilzbefall zu unterscheiden. Die Stränge mit seinem kräftigen, mitunter bis 3 cm dicken Rhizomorphen kann der Pilz durch Mauerwerk, selbst durch das Erdreich oder unter dem Straßenbelag bis zu benachbarten Häusern vordringen, zumal sein leistungsfähiges Wasserleitungssystem aus diesen langen Myzelsträngen es ermöglicht, auch trockene Gebäudeteile und trockenes Holz anzugreifen. [O.Schwantes 95/S.261-262) In Markkleeberg wurde so über eine Entfernung von ca. 10 m das Wasser von der Durchführung der Wasserleitung im Keller, wo sich das Myzel und der Fruchtkörper über mehre Quadratmeter ausbreiten konnte. An der Oberfläche der Wasserleitung war vorwiegend Kondensat. Der Stofftransport in den Strängen ist mit dem Wassertransport gekoppelt und findet über osmotischen Druckausgleich statt. Untersuchungen mit verschiedenen radioaktiven Stoffen stützen diese Theorie. (Weigl und Ziegler 1960, Jennings und Bravery 1991) Die Funktion der Wasserabgabe an Fruchtkörpern und Hyphenspitzen ist nicht vollständig geklärt.

Das Myzel vermag auch Bauteile wie Beton zu durchdringen. Lediglich durch H-J. Rafalski wurde die Wuchsrichtungsdiagnostik als wichtiges Merkmal der Ursachen und Schadensbeseitigung ausgearbeitet. Der Fruchtkörper liegt meist in elliptischer und runder Form meist ca. 10 cm aber auch bis 2 m² vor. Der Rand der Platte ist meist wulstartig verdickt wobei der zentimeterbreite weiße Zuwachsrand besonders auffällig ist. Die Fruchtschicht ist rostbraun verfärbt und faltenförmig. Der Fruchtkörper bevorzugt diffuses Licht und ist so an der Unterseite von Holzböden, an der Kellerdecke oder hinter zugestellte Flächen, wie Schränke, Couch, Wandverkleidungen zu finden. Wachsende Fruchtkörper riechen angenehm pilzartig, zersetzend nach Petroleum. (Auch beim Vorhandensein von größeren Mengen an Myzel liegt ein Pilzgeruch vor.) Der Fruchtkörper bildet rostfarbene Sporen und lagert sich wie Staub in Ecken ab. Ältere Fruchtkörper werden dunkel bis fast (schwarz). Verfügt der Pilz nicht über genügend "Wachstumskraft" so bilden sich die braunen Sporen in einer dünnen Schicht auf dem watteartigen Myzel aus. Die ziegel- bis braunroten Sporen sind ellipsoid und an einer Seite bohnenförmig abgeflacht und haben eine Größe von 8..12 µm Mal 4,5...8 µm.

Feuchte Fruchtkörper werden sehr schnell von meist weißen Schimmelpilzen befallen und überzogen.

Der Fruchtkörper von Serpula himantioides (Wilder Hausschwamm) ist etwas kleiner aber anhand von morphologischen Merkmalen nur schwer vom Echten Hausschwamm zu unterscheiden. Die Arten lassen sich mit genetischen Methoden (Moreth-Kebernik und Schmidt 2000) gut unterscheiden. Vorwiegend kommt diese Art im Freien vor und bei hoher Feuchtigkeit auch am Fachwerk und nach einigen Aussagen nie am Mauerwerk. Jedoch konnte in Berlin (2005) unter einer gemauerten verschlossenen Terrasse (Abstellraum/Keller) Myzel sowie ein Fruchtkörper am feuchten Mauerwerk festgestellt werden (Genaue Bestimmung erst durch DNA-Analyse). (Das feuchte Mauerwerk wurde auf der Außenseite freigelegt und vertikal abgedichtet.)

2.5. Mycel- und Hypenmerkmale (mikroskopisch)
frisches Myzel an einer Holzlatte im Kohlenkeller

Im Strangmyzel werden Gefäßhyphen von etwa 5..60 Mikrometer Durchmesser gefunden, die in großer Zahl zusammengelagert sind und Ringverdickungen tragen. Die Faserhyphen werden bis zu 5 Mikrometer dick und sind grünlich lichtbrechend. Die bis hellbraunen generativen Hyphen der Trama werden 2...9 Mikrometer breit und sind schnallenbesetzt. Zystiden fehlen. Der Basidiendurchmesser beträgt 7...10 Mikrometer, die -länge 30...40 Mikrometer.

Die Plattenfasern befinden sich in der Fruchtkörperplatte und sind 5...9 Mikrometer dick. Die Enden dieser Hyphen zeigen eine für den Echten Hausschwamm charakteristische fußartige Form. (G. Langendorf)

2.6. Cytologische Prozesse

Es kann davon ausgegangen werden, dass an den Hyphenspitzen verschiedene Prozesse (Exocytose von Enzymen zum Zellwandaufbau, Abgabe von Zellwandbausteinen und Nährstoffaufnahme) ablaufen. Die katalytische Aktivität eines Enzyms ist vor allem von der Substratkonzentration, der Temperatur und dem pH-Wert abhängig. Ändern sich einzelne oder alle Bedingungen, so wird die Aktivität verringert. So kann zum Beispiel ein einziges Enzymmolekül innerhalb einer Minute bis zu 5 Millionen Substratmoleküle in seine Bestandteile zerlegen. (Hubacek, 88 S. 29) An der Hyphenspitze ist die Zellwand durchlässig sowie plastisch und ermöglicht so leicht einen Austausch mit der Umgebung. Über die zeitlichen beziehungsweise räumlichen Zusammenhänge zwischen der Abgabe von Enzymen und Zellwand-Polysaccariden sowie die Stoffwechselprozesse bei den Ständerpilzen sind bisher wenig bekannt. Grundlagenuntersuchungen erfolgten kaum, es existieren lediglich Beschreibungen des Phänomens (Schmidt 1994)

2.7. Sporen
Die Sporen sind ellipsoid sowie an den Seiten bohnenförmig abgeflacht und haben eine ziegel- bis braunrote sowie im Alter eine sehr dunkle Farbe. Die Abmessung liegt bei 9..12 µm x 4,5 .. 8 µm.

Finden die Spore optimale Lebensbedingungen vor, so keimen diese aus und bilden junges Myzel. In der Literatur gibt es relativ wenige Angaben zu den Pilzsporen. Oft werden Sporen und das Myzel, besonders bei der Bekämpfung, in einem Zusammenhang dargestellt. Es gibt jedoch wesentliche Unterschiede, die bereits mit der jeweiligen biologischen Aufgabe verbunden sind. Sporen haben gegenüber dem Myzel die Aufgabe den Pilz über größere Entfernung zu verbreiten. Sporen müssen daher viel "härte" klimatische Bedingungen überstehen, so wie sie in der freien Natur vorliegen. Sporen sind gegenüber Wärmeeinwirkung und toxischen Chemikalien resistenter als vegetative Zellen.
"Laboruntersuchungen zeigen, dass die allgegenwärtigen Sporen zum Auskeimen eine Holzfeuchtigkeit von 30 - 40 % benötigen. Hyphen zum (Weiter-)Wachsen aber nur eine Holzfeuchtigkeit von 17 - 20 %, so ist das Risiko eines Widerbefalls deutlich höher." (T. Huckfeldt) Eine Holzfeuchtigkeit von 30% und größer entspricht einer relativen Luftfeuchte von ca. 100% und 17-20% einer relativen Luftfeuchte zwischen 80-90%. In einem normal genutzten Gebäude kommt diese Feuchtigkeit nicht vor, ausgenommen an einem schwülwarmen Sommertag.
Sporen werden durch die Fruchtkörper gebildet. Gibt es keine Fruchtkörper, so liegt keine "zusätzliche" Sporenbelastung vor. Sporen gibt es überall, allerdings in wesentlich geringerer Konzentration. Es muß also kein Fruchtkörper vorliegen, um einen Neubefall zu ermöglichen. Allerdings keimt nicht jede Spore aus. Je höher die Konzentration an Sporen ist, so größer ist auch die Wahrscheinlichkeit eines Wachstums, wenn optimale Lebensbedingungen vorliegen. Sporen verbreiten sich durch Luftbewegung und den Transport von Gegenständen, wo sie sich als Sporenstaub abgelegt haben, aus. Mikroorganismen und Schimmelpilzsporen haften sich auch an Staub. In wie weit dies auch für die Sporen vom Hausschwamm zutrifft, kann nicht beantwortet werden. Es ist aber durchaus denkbar, dass eine hohe Staubbelastung eine Verbreitung begünstigt. In der freien Luft ist die Lebensdauer von Pilzsporen von der Temperatur, der Luftgeschwindigkeit und der Sonneneinstrahlung abhängig. Farblose Sporen werden rasch durch die UV-Strahlung abgetötet. Daher dominieren pigmentierte Sporen, wozu auch die Hausschwammsporen gehören.
In der Praxis kann man feststellen, wenn in einem Gebäude ein mittlerer Hausschwammbefall vorliegt und auch kleine Fruchtkörper vorhanden sind, so findet man auch auf anderen Etagen schneller lokale Schäden, wenn die entsprechenden Lebensbedingungen vorliegen. Das Gleiche gilt auch für Wohngebiete, wo konzentriert ein höherer Schadensbefall feststellbar ist und am jeweiligen Objekt optimale Lebensbedingungen vorliegen.

Mit jeder Bekämpfung ist grundsätzlich die Ursache zu beseitigen. Ist das feuchte Mauerwerk beziehungsweise das Holz trocken, so kann auch keine Spore auskeimen. Fruchtkörper sollten besonders sorgsam ohne Zugluft entfernt und entsorgt werden. Die Sporenverteilung ist grundsätzlich zu vermeiden. Analog gilt dies auch für Bereiche, wo sich Sporen abgelagert haben. Gegenstände, zum Beispiel Waschmaschine, Kühlschrank, Werkzeuge usw. sind gründlich zu säubern und brauchen nicht entsorgt werden, da sie von der Sache keine Nahrungsgrundlage bilden.
Zur Bekämpfung der Sporen liegt lediglich nur eine Aussage von Herrn Dr. Achim Unger 1996 (Quedlinburg) vor, wo die Sporen zur wirkungsvollen Bekämpfung an der Oberfläche durch eine Temperatur von 100°C über 4 Std. oder 80°C über 6 Std. ausgesetzt werden müssen. (vergleiche Pkt. 2.2.). (Werden biotechnische Anlagen sterilisiert, liegen die Temperaturen je Verfahren bei 125-140°C, jedoch bei wesentlich kürzerer Zeit.) Ein gründliches Abflammen der Schadensbereiche mit der wesentlich heißeren Gasflamme dürfte ein großen Teil der Sporen abtöten.

Zu den Wachstumsbedingungen der Schimmelpilzsporen gibt es Untersuchungen, die in einem Isoplethensysteme dargestellt werden. Zwischen den einzelnen Pilzspezies ergeben sich signifikante Unterschiede. Auch wenn die Untersuchungen nicht die Sporen des Hausschwamms betreffen, soll dieses System hier vorgestellt werden, da wichtige Kriterien abgeleitet werden können.
Die wesentlichen Wachstumsvoraussetzungen sind die Temperatur, die relative Feuchte und das Substrat, welche über eine bestimmte Zeitperiode vorliegen muss. In dem Isoplethensystem wird die Sporenauskeimung der Schimmelpilze dargestellt. Hier werden jedoch der Einfluss von Substraten (Baustoffe und Verschmutzung) und anderer Randbedingungen nicht berücksichtigt. Es soll hier auch nur als Modell betrachtet werden, damit die Zusammenhänge deutlich werden.

Bild: Isoplethensysteme für Sporenauskeimung der Schimmelpilze (Aspergillus restrictus (links) und Aspergillus versicolor (rechts). Nicht berücksichtigt sind die instationären Randbedingungen. /35/

Hier wird folgendes deutlich. Auch bei einer hohen relativen Luftfeuchte von 90 bis 95 % muss nicht unbedingt sofort ein Auskeimen der Sporen erfolgen, wenn die Temperatur niedrig ist. Hingegen kann bei einer wesentlich höheren Oberflächentemperatur, zum Beispiel 15 bis 18 °C, und bei niedrigerer relativer Luftfeuchte von 75 bis 80% am gleichen Wandbaustoff (die Wandbaustoffe, zum Beispiel Holz, stehen in einem Feuchteausgleich zur umgebenden Raumluft) bereits nach wenigen Tagen eine Pilzbildung erfolgen. Für die Sporen der Ständerpilze gelten etwa analoge Bedingungen. In der Praxis wird dies zum Beispiel auch bei Wasserleitungsschäden oder Löschwasserschäden deutlich. Obwohl die Holzbalkendecken verschlossen sind kommt es zur Myzelbildung von Schimmel- und holzzerstörenden Pilzen, wenn diese Bereiche nicht frühzeitig ausreichend getrocknet werden. Wachstumsunterschiede von jungem Myzel an kühleren und wärmeren Bauteilen lassen sich gut erkennen, was auch bei den Jahreszeiten deutlich wird (siehe hier weiter unter Pkt. 2.2.). Können im Winter durchaus die Nässeschäden mehrere Wochen vorliegen (was nicht sein sollte) ohne sichtbaren Myzelbefall, so reichen im Sommer manchmal wenige Tage und das erste Myzel ist sichtbar.

Pilzsporen verfügen wegen der in ihr vorhandenen Stoffe ein gewisses osmotisches Potential, mit dessen Hilfe Wasser aus der Umgebung aufgenommen werden kann. Ist eine bestimmte Wassermenge im Sporeninneren vorhanden, der den Beginn des Stoffwechsels zulässt, kann der Pilz unabhängig von äußeren Bedingungen sein Stoffwechsel selbst regulieren und mit dem Wachstum beginnen. Es kann auch eine zwischenzeitliche Trockenheit gut überstanden werden. Ergänzend soll hier noch genannt werden, dass man bei den Schimmelpilzen das o.g. System weiter entwickelt hat und so im verallgemeinertes Isoplethensysteme die temperaturabhängig tiefste relative Feuchte für die Sporenauskeimung darstellt.(Weitere Ausführungen unter Sedlbauer und Krus.)

2.8. Substrat- und Umwelteinflüsse
Die Rolle der Feuchtigkeit und Temperatur bezogen auf die Wachstumsbedingung wurde in den oben genannten Abschnitten dargelegt. Zusätzlich wirken in der Praxis noch andere Einflussfaktoren.

Wie bereits genannt spielt bei der Enzymaktivität der pH-Wert eine wichtige Rolle. Baustoffe, wie Ziegel oder Sand werden durch die Pilze bevorzugt. Die haben einen pH-Wert von 5-6. Hingegen wirken alkalische Baustoffe wie Kalk, Kalkstein, Zement, Beton und Holzwolleleichtbauplatten eher hemmend. (Weißenfels) An mindestens 3 Schadensfällen kann dies bestätigt werden. In einer ca. 60-70 Jahre alten Villa waren die Betonhohldiele vollständig durchwachsen. Die alkalische Wirkung als Wachstumsbremse ist sicherlich hier stark herabgesetzt. Im Normalzustand des Betons durch Ca(OH)2 -Lösung beträgt der pH-Wert 12,6. Bei porösem Beton, wo Ca(OH)2 durch C02 karbonatisiert ist, liegt der pH-Wert bei 8-10. Ebenso verringert sich der pH-Wert von Beton und Zementputze, da diese über längere Zeit CO2 ausgasen, bei Kalkputze wird die Bindekraft auch gemindert. Im WTA-Merkblatt wird darauf verwiesen, dass alkalische Materialien wie oben genannt durch den Echten Hausschwamm benötigt werden, um die von ihm produzierte Oxalsäure zu neutralisieren. (WTA-Merkblatt S. 4). Diese dürfte vom Oxalacetat ein Produkt beziehungsweise Zwischenprodukt im Citrat-Zyklus der Aufspaltung der Kohlenstoffmolekülketten sein. Der Weiße Porenschwamm (Antrodia vaillantii) neutralisiert zum Beispiel chemisch geschütztes Holz, in den Kupferverbindungen vorliegen. Durch die erhöhte Oxialsäureproduktion entsteht Kupferoxalat, welche ausfällt. Andere Bestandteile wie Chrom- und Arsenverbindungen verlieren ihre Fixierung und werden wasserlöslich. (Holzschutz-Tagung 2000) Es wurden mehrere ältere relativ kleinere aktive Befallsherde (ca. 1 - 2 m2) vor Jahren durch einen Mieter bei der selbst durchgeführten Wohnungssanierung mit neuem Kalkputz überputzt. Es kam zum Wachstumsstillstand. Der Mörtel der Mauerfugen zeigte Myzel und der Putz nichts. Analog kann man dies beobachten, wenn im Mauerwerk Mauersteine aus verschiedenen Materialien verarbeitet wurden. Hier liegt ein sehr kleiner Grenzbereich im Verlauf zum anderen Baumaterial vor. In der Praxis kann dies eine nachträglich gemauerte Ziegelwand sein. Kalksandsteine werden ebenso vom Myzel überzogen, wie Ziegel. Jedoch ist der Ziegelstein poröser und in diese Fugen wächst das Myzel. Bei leichtem Befall von Mauerwerk aus Lehmsteine wächst das Myzel lediglich in den Fugenmörtel aus Lehm. Liegt ein starker Befall vor, so findet man das Myzel auch im Lehmstein selbst. Bei Stampflehmwände wird vor allem das Stroh abgebaut. So kann sich der Befallsbereich auch bis in vollständig trockene Mauerabschnitte ausbreiten.

Ein um mehrere Jahre zurückliegender geringer Wasserschaden verursachte langsam aber kontinuierlich eine Schädigung durch den Echten Hausschwamm. Das geringe frische Myzel unter der Dielung wuchs bei einer Holzfeuchtigkeit von unter 12%. Die frühere Feuchtigkeitsquelle, eine Wasserleitung, war seit vielen Jahren abgestellt. Analoges Beispiel ist ein Treppenpodest, wo das recht kräftige Myzel von der Mitte in Richtung der Außenwände und AWCs wuchs. Die Ursache war offensichtlich das Wischwasser von der regelmäßigen Treppenreinigung, die aber mindestens vor einem halben bis anderthalb Jahren eingestellt wurde. Festgestellt wurde dies bei Treppenhausarbeiten beim Spachteln der Decke, da der Putzträger aus Stroh den Putz nicht mehr hielt. Die Holzfeuchtigkeit der Dielung lag im Bereich um 12%. Bei der Mehrheit ähnlicher ältere Schadensbereiche hörte das Wachstum irgendwann von allein auf. Die Laboruntersuchungen zu Abbauleistungen verschiedener Stämme lagen zwischen 4 bis 35% Trockenverlust nach 16 Wochen Inkubationszeit, bei 20-21°C und 20-40% Holzfeuchte. Die verschiedenen Hölzer zeigen ein sehr uneinheitliches Abbaumuster (Abou Heilah 1977). Durch Walchli 1973 werden Trockenholzgewichtsverluste nach 18 Wochen und 21°C bei Lärchen- und Kiefernsplintholz von 60% und an Kiefernkernholz 31,5% sowie an Eichenkernholz 1,8% angegeben. Die erhöhte Eigenresistenz zu Kiefernkernholz konnte bei einem stark geschädigten Objekt festgestellt werden. Der Splintanteil der gut 170 Jahre alten Deckenbalken aus Kiefer war vollkommen zerstört und der Kernholzanteil fast unbeschädigt. Beim Abschnitt der Deckenbalken roch das Holz richtig nach Harz. Nicht nur im Labor, sondern in den praktischen Schadensfällen dürften verschiedene Stämme bei unterschiedlichen Wachstumsbedingungen die zum Teil andersartigen Schäden verursachen. Eine genaue Quelle und Begründung, warum 1,00 m über den sichtbaren Schadensbereich hinaus der Holzbalken abzuschneiden und 1,50 m der Putz als Sicherheitszone zu entfernen ist, kann nicht gegeben werden.


Der Hauswamm befällt praktisch alle Kohlenstoffquellen, auch Briketts

Frühere Untersuchungen in Eberswalde ergaben, dass ein Wachstum bis 40 cm über den sichtbaren Bereich eines Holzbalkens möglich ist. Damit kann die untere Grenze der Ausnahmeregelung in der DIN 68800 und im Beuth-Kommentar zur DIN als eine plausible Größe angesehen werden.

Für die Sanierung eines Schadensfalls spielen damit mehrere zum Teil recht unterschiedliche Faktoren eine Rolle.

3. Gesundheitliche Gefährdung

Durch seine verdeckte Ausbreitung speziell in Holzbalkendecken oder ausgebauten Dachgeschossen bemerkt man die oft starke Schädigung der statisch tragenden Holzteile sehr spät. Durch die geminderte Tragfähigkeit sollte immer mit Einsturzgefahr gerechnet werden, bis mit einer gründlichen Untersuchung die genaue Schädigung ermittelt ist.

Bei intensivem Befall sollen gasförmige Stoffwechselprodukte des Pilzes Kopfschmerzen und Übelkeit, der Sporenstaub kann heftige Sporenallergien hervorrufen. [O. Schwantes 95/S. 227 und 262] Das erfordert jedoch eine bestimmte Konzentration im Gebäude. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung vom Pilz, ausgenommen die o.g. Kriterien, ist nicht bekannt.


4. Weitere Hausschwammarten

Serpula lacrimans var. himantioides (Fr.:Fr.) - Wilder Hausschwamm ( = Merulius silverster Falck)
Er besitzt weniger Zerstörungskraft als der Echte Hausschwamm und ist verhältnismäßig selten. Das Temperaturoptimum liegt für ihn bei 24 bis 27°C. Er wächst hauptsächlich im Freien an Nadelholzstümpfen und verbautem Nadelholz. In Gebäuden kommt er seltener vor. Die Fruchtkörper sind dünner, ohne wulstigen Rand und bildet nie Konsolen. Das Myzel wird nur bindfadendick.

Leucogyrophana pulverulenta (Sow.: Fr.) Ginns - Kleiner Hausschwamm, Balkenbewohnender oder Kleinsporiger Hausschwamm (auch Serpula minor, Serpula tignicola (Harmsen) Christians )
Er kommt vorwiegend in Gebäuden vor, hat aber nicht die Zerstörungskraft von Serpula lacrimans. Hat kleinere Sporen und weiße Myzelstränge. Die Fruchtkörper sind zierlicher und erreichen einen Durchmesser von max. 15 cm. Die Dicke wird etwa 1 bis 2 cm, ist sehr flach und hat einen weißen Rand. Optimale Wachstumstemperatur 18 bis 22ºC. Befällt vorwiegend Nadelholz.

Leucogyrophana mollusca (Fries 1821) Pouzar - Sklerotien Hausschwamm auch Kiefernfältling, Leucogyrophana pouzarii Parm.

Leucogyrophana pinastri (Fr.: Fr.) Ginns & Weresub, Serpula pinastri (Fr.:Fr.)W.B.Cooke.- Sklerotien-Hausschwamm oder Gelbrandiger-Hausschwamm
Ist auch ein Braunfäulepilz an verbautem Holz (vorwiegend Nadelholz), aber bei uns nur sehr selten. Er verlangt höhere Anfangsfeuchtigkeiten des Holzes, kann bei seinem Auftreten aber erheblichen Schaden anrichten. Die Fruchtkörper können einen Durchmesser von 15 bis 20 cm erreichen. Die Dicke erreicht kaum 5 mm. Das Myzel ist chremfarbig bis gelblichgrau und viel dünner. Im gelblichbraunen Strangmyzel fehlen die Faserhyphen.

Serpula eurocephala
wächst auf lebendem und totem Bambus und kann in den Tropen an verbautem Bambus recht großen Schaden anrichten. Diese Arten wachsen in den Tropen Südamerikas, Afrikas, Asien und Australien.


5. Bestimmungsmethoden

5.1. Allgemeines
In den nachfolgenden Abbildungen (Weiß, Wagenführ und Kruse) werden Proben von frischem Myzel verschiedener holzzerstörender Pilze dargestellt.



Auf einem dieser Brettchen ist auch Myzel vom Echten Hausschwamm. Hier wird deutlich, dass eine ordnungsgemäße Bestimmung nicht nebenbei erfolgen kann und eine entsprechende fachliche und praktische Erfahrung erforderlich ist.
Zu berücksichtigen ist, dass ausführende Firmen an den zu sanierenden Bauteilen verdienen. Andere Bauspezialisten zum Beispiel Bausachverständige, Immobiliensachverständige usw. sind auf Ihrem Fachgebiet die Fachleute. Auf keinem Fall soll die jeweilige fachliche Kompetenz in frage gestellt werden. (Auch ein Holzschutzfachmann ist nicht unfehlbar.) Hier soll ein Beispiel benannt werden. Vor wenigen Tagen (1/2003) wurde im Düsseldorfer Raum durch einen Sachverständigen die vollständige Beräumung des Kellers, also auch die Entsorgung der teuren Werkzeugmaschinen und der Waschmaschine, vorgeschlagen. In einem Eckbereich wurden durch den Fruchtkörper des Echten Hausschwamms Sporen gebildet. Solche Einschätzungen sind sehr zweifelhaft. Wie dann die eigentliche Sanierung ausfällt kann nicht einmal erahnt werden. Die gleiche Firma wollte auch die Sanierung durchführen.

5.2. Makroskopische Pilzbestimmung
Eine makroskopische Untersuchung der Pilzart erfordert eine fachgerechte Probenahme und die Beurteilung der Schadensumgebung. Alle Merkmale, wie der Standort, Werk- beziehungsweise Baustoffe, Klimabedingungen und auch die Zeitfaktoren, des Befalls sind vollständig zu erfassen. Es sind möglichst viele charakteristische Merkmale zu ermitteln. Die Pilzbestimmung sollte sich nie auf nur ein Merkmal stützen.
Holz- und Pilzproben, die nicht fachgerecht entnommen werden, ermöglichen keine sichere Bewertung des Schadens. In der Praxis kommen meist gleichzeitig verschiedene holzzerstörende Pilze vor. Dabei dominiert der Pilz, der gegenwärtig optimale Lebensbedingungen vorfindet.

Einige Pilze bilden ein feines Myzel im und auch auf dem Holz sowie an der angrenzenden Schüttung oder am Mauerwerk. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Fruchtkörper, die selbst bei der gleichen Art, zum Beispiel Dunkelfruchtform, recht unterschiedlich aussehen können.
Die verschiedenen Pilze bevorzugen bestimmte Holzarten.

Es gibt auch einige einfache physikalische Überprüfungsmethoden:

  • Gesundes Holz hat einen hellen Klang, krankes klingt dumpf.
  • Pilzbefallenes Holz nimmt schneller Wasser auf (hygroskopisch). Bei glattem Holz kann man so den Unterschied erkennen.
  • Die Druckfestigkeit von befallenem Holz ist niedriger. Dies lässt sich durch das Einstechen mit einem Messer, Schraubendreher oder durch Bohrproben (Bohrwiderstandsprobe) feststellen.
  • Wird das Holz mit Ammoniak, Sodalauge oder Silbernitrat getränkt, so verfärbt sich das befallene Holz anders als das gesunde.
  • Es gibt eine Reihe von holzzerstörenden Pilzen, die zu erst das Holzinnere des Balkens zerstören. Von außen sind keine Schäden erkennbar. Wurde die Holzoberfläche mit einem pilzwidrigen Holzschutzmittel versehen, so kann der Befall auch durch nicht typische Kernfäulepilze erfolgen, in dem diese von der Stirnfläche einwachsen.
  • 5.3. Mikroskopische Pilzbestimmung
    Können mit der makroskopischen Bestimmung keine eindeutigen Merkmale zu einer Art und Grad der Schädigung festgestellt werden, dann bietet sich eine mikroskopische Bestimmung an. Die Probenahme, deren -präparation, die Durchführung und Bewertung der Mikroskopie von Pilz- und Holzmaterialien erfordert neben der entsprechenden labortechnischen Ausrüstung ausreichende fachliche Kenntnisse und praktische Erfahrungen.
    Ist selbst bei mikroskopischer Bestimmung eine zweifelsfreie Zuordnung zu einer bestimmten Pilzart nicht möglich, sind die umfangreichen Bekämpfungsmaßnahmen wie bei Befall durch den Echten Hausschwamm zu ergreifen.

    Die DIN 68800 Teil 4 Pkt. 4.2.1. besagt ein Rückschnitt " ... bei Echten Hausschwamm und verwandten Hausschwammarten um mindestens 1 m in Längsrichtung ... ". Bei statischen Problemen kann der Sicherheitsabstand auf 0,50 m verkürzt werden (Hierzu weitere Erläuterung für diese Ausnahmebedingungen im Beuth-Kommentar S. 83ff). Die Sanierung ist in Längsrichtung 1,5 m (Schüttung und Mauerwerk) und bis zum nächsten nicht befallenen Deckenbalken auszuführen. Beispiel: Es liegt ein Befall am Balkenkopf vor. Der Deckenbalken inklusiv Dielung, Schüttung, Fehlboden ist für das Anbringen der Lasche freizulegen. Bei eindeutiger Bestimmung eines Naßfäulepilzes sind 30 cm über den sichtbaren Befall abzuschneiden. Beim Hausschwamm 100 cm. Auch beim Befall durch einen Naßfäulepilz sind Teile der Schüttung und angrenzende Hölzer auszutauschen. Der Umfang der Freilegung wird durch die Länge der Laschen bestimmt. Der zusätzliche Sanierungsaufwand, zum Beispiel für Holzbalkendecken, die durch den Echten Hausschwamm geschädigt sind, muß damit nicht wesentlich größer sein. In der Praxis werden oft Laschen in der Länge von 3 bis 4 m mit Dübel und Gewindestangen verwendet. Erfolgt hier eine optimale Materialauswahl und eine verbesserte statische Verbindung zwischen gekürztem Deckenbalken und der Laschen, so kann eine kürzere Laschenlänge gewählt werden beziehungsweise bei gleicher Laschenlänge kann der zu kürzende Sicherheitsabstand am befallenen Deckenbalken größer gewählt werden.
    Ein weiter Kostenfaktor ist die Schwammbekämpfung im Mauerwerk. Lediglich das Myzel vom Echten Hausschwamm breitet sich im Mauerwerk großflächig, also weit über das Auflager aus. Liegt dies vor, ist die Frage mit großer Sicherheit, liegt ein oder kein Befall durch den Hausschwamm vor, beantwortet.

    Die mikroskopische Bestimmung eines holzzerstörenden Pilzes erlangt dann an Bedeutung, wenn statische Probleme vorliegen, wertvolle Kunstgegenstände und denkmalgeschützte Bausubstanz bedroht beziehungsweise befallen sind und durch die Eingrenzung Sanierungskosten eingespart und die Bausubstanz erhalten werden kann. Zu beachten ist, dass für eine Schadensbestimmung und Eingrenzung des Umfangs immer mehrere Proben von verschiedenen Orten erforderlich sind. Auf die Anforderung der Probenahme wurde bereit oben verwiesen.

    Wichtige mikroskopische Merkmale ergeben sich aus der Untersuchung von Sporen, Substratmyzel, Fruchtkörper, Stränge und Oberflächenmyzel. Die Proben werden hierzu meist angefärbt, um bestimmte typische Strukturen hervorzuheben. Bei älteren oder verschmutzten Proben ist mit dem Auftreten von Schimmelpilzen zu rechnen. Bei nicht hinreichend repräsentativen Beprobung kann dies zu Fehlinterpretationen führen. Neu ist die Bestimmung über die DNS (Desoxyribonukleinsäure). In wie weit hier zwischen totem und aktiven Probematerial unterschieden werden kann, ist nicht bekannt.

    6. Sanierungsmaßnahmen

    In mehreren Bundesländern, wie auch in Sachsen, unterliegt ein Befall des Gebäudes durch den Echten Hausschwamm entsprechend der Bauordnung (zum Beispiel SächsBO § 16 Abs. 2) der Meldepflicht der Bauaufsichtsbehörde. Die Bekämpfung und Schadensbeseitigung ist durch ein Fachunternehmen auf der Grundlage einer Sachverständigeneinschätzung vorzunehmen. (Weitere Informationen.)

    Als erste sinnvolle Bekämpfungsmaßnahme sind grundsätzlich die Ursachen und möglichen Feuchtigkeitsquellen zu beseitigen.

    Kann eine sofortige vollständige Sanierung nicht erfolgen, so sollte das Wachstum des Pilzes weitestgehend unterbunden werden. Eine wichtige Grundlage ist die Freilegung des Schadensbereiches, so dass die Holzbalken oder andere tragenden Holzteile durch Luftumspülung gut abtrocknen können. Auch direktes Sonnenlicht bewirkt eine Verringerung der Wachstumsgeschwindigkeit. Ebenso wird die Schadensausbreitung sichtbar und es können entsprechende sinnvolle Sicherungsmaßnahmen, wie Abstützen, Sperrung des Bereiches vorgenommen werden. Ohne Freilegung und Feststellung der Ausbreitung bleibt der Befall ein nicht kalkulierbares Risiko.

    Die bei Echtem Hausschwamm anzuwendenden Bekämpfungsmaßnahmen sind im Merkblatt 1-2-91 des Wissenschaftlich-Technischen Arbeitskreises für Denkmalpflege und Bauwerksanierung (WTA) wie folgt festgelegt:

    Dr. Raffalski führte in Quedlinburg Untersuchungen zur Wirkstoffeinbringmenge durch, deren Ergebnis mir nicht vorliegt. Hier wurden die getränkten Ziegelsteine zerkleinert und untersucht. Prof. Dr. Hoffmann, HTKW Leipzig, gab auf einer Fachtagung bei der Firma quick mix zu bedenken, dass die mit der Bohrlochtränkung eingebrachten Wirkstoffe sich auf wenige Zentimeter um das Loch beschränkt. Hierzu ein interessantes Bild aus einer Wirksamkeitsuntersuchung in Achen zur Verteilung von Injektionsmittel für das Anlagen einer Horizontalsperre.[Raupach undWolff; bauzeitung 5/02 S. 67-70]

    Bildern zur Verteilung eines Injektionsstoffes auf Epoxydharzbasis in einem Ziegel

    Es wird sicherlich einen Unterschied in der Verteilung von Injektagen auf Epoxydharzbasis oder Schwammbekämpfungsmittel geben. (Auf diese Unterschiede soll hier nicht eingegangen werden.) Zu beachten ist, dass bei einer Druckinjektage nur kurzzeitig Flüssigkeit eingepresst wird. Die Poren und Kapillaren werden nur teilweise mit dem Wirkstoff getränkt. Ein großer Teil der eingepressten Bekämpfungsmittel verteilen sich in den Mörtelfugen. Makroskopisch ist die Verteilung des Myzels in der Mörtelfuge,
    in Steinrissen, Abplatzung und größeren Poren. Älterer Beton ist vollständig durchwachsen. Bei einem intensiven Befall wurde abgeflammt, geflutet, das angrenzende Mauerwerk, 2 Lagen Steine, ausgetauscht. An der Grenzschicht wuchs das Myzel ca. 2 cm in den neuen Mörtel, dem Schwammbekämpfungsmittel zugegeben wurde. Es erfolgte eine Abkopplung. Damit soll jedoch ausgesagt werden, dass eine Bohrlochverpressung nicht bedenkenlos die Sicherheit einer vollständigen Bekämpfung gibt. In Verbindung mit Fugen auskratzen, dem Abflammen und Fluten wird sicherlich ein hoher Bekämpfungserfolg erzielt. Zweckmäßig sollten stark befallen Mauerteile abgebrochen werden und eine Abkopplung des Pilzes von seiner Nahrungsquelle (Holz und andere Kohlenstoffquellen) erreicht werden.

    Durch den Echten Hausschwamm befallene DeckenbalkenHier soll ein Beispiel der zahlreichen mißlungenen Sanierungen gezeigt werden. Die Im Bild linken 2 bis 3 Deckenbalken waren durch den Echten Hausschwamm und etwas durch den Ausgebreiten Hausporling befallen. Es lag hier auch kein Lebendbefall mehr vor. Der braune Würfelbruch zeigte ein halogenhaltiges Holzschutzmittel, zum Beispiel Hylotox S, Hylotox I. Aber die Deckenbalken inkl. Drempelmauerwerk daneben sind aktiv befallen. Die Feuchtequelle, undichtes Dach (relativ klein) befand sich links. Es wurde eine Holzschutzmittel aufgebracht, die Sicherheitsbereiche vernachlässigt und die Feuchtigkeitsquelle nicht beseitigt.




    Ein Verzicht auf chemische Maßnahmen ist vertretbar bei:

    Ein Verzicht auf chemische Maßnahmen wird auch mit dem Herausbrechen beziehungsweise mit der Erneuerung befallener Mauerwerksteile möglich.


    7. Zusammenfassende Darstellung von verschiedenen Schadensbereichen

    Die Vielfalt der einzelnen Schadensbereiche kann hier nicht aufgeführt werden. Es wird sich daher auf ausgewählte Bereiche beschränkt, die zusammenfassend beschrieben werden. Durch die relativ niedrige Beanspruchung an Feuchtigkeit kann dieser Pilz lange Zeit unbemerkt wachsen. Dazu breitet er sich vor allem im verdeckten Bereich aus, wie die Hohlräume in den Fehlböden der Holzbalkendecke oder hinter Wandverkleidungen. Nachfolgend werden Schwerpunkte zusammengefasst und diese kurz charakterisiert.

    1. Schaden am Drempel und an den Balkenköpfen
    Ursache: defekte Dacheindeckung, undichte Anschlüsse an der Giebelwand, fehlende oder defekte Dachentwässerung unda.
    Schadensbild: Es erfolgt eine kurzzeitige intensive Durchfeuchtung und anschließend eine Abtrocknung über einen längeren Zeitraum. Myzel in den Mauerfugen des Drempels und Würfelbruch an der angrenzenden Dielung ist erkennbar. Erfolgt eine Freilegung der Dielung am Randbereich, so kann der Schaden relativ gut eingeschätzt werden. Die Ausbreitung erfolgt meist entlang am Drempel. Der Bewuchs in der Schüttung und unter der Dielung ist abhängig von der Durchfeuchtung. Meist ist dieser etwas geringer als am Drempel. Befallen sind die Deckenbalkenköpfe, Mauerlatte, Drempelstiele, Drempelpfette und die Sparrenfüße (in der Regel kaum beziehungsweise nur gering).

    2. Schaden wegen mangelhafte oder fehlender Dampfbremse
    Ursache: Die warme Raumluft gelangt durch Fugen in die kühlere Dachkonstruktion. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert aus. Es liegt eine lange kontinuierliche Feuchtebelastung vor.
    Schadensbild: Da diese Bereiche speziell im Dachgeschoß durch Gipskartonbauplatten verkleidet sind, werden diese Schäden meist nicht erkannt. Erst bei einem Rück- oder Umbau werden diese Schäden festgestellt. Sind die Schäden sehr groß, so werden diese durch schwingende Decken, Fruchtkörperbildung an den Randbereichen, Pilzgeruch oder ähnliches festgestellt. In diesem Fall ist ein Umfangreicher Rückbau erforderlich.

    3. Schaden an Balkenköpfen an der Außenwand
    Ursache: Meist ist hier eine Wärmebrücke, schlagregen beanspruchte Wandflächen, eingesetzte Stahlträger als Fenstersturz, Gesimsbänder oder fehlende beziehungsweise defekte Dachentwässerung verantwortlich.
    Schadensbild: Meist lokal auf den Balkenkopf begrenzt. Schädigung der Fußleiste, der vorderen Dielung, Myzel am Grenzbereich Wand und Schüttung, vorwiegend direkt unter der Dielung. Diese Schädigung kommt häufig vor.

    4. Schäden nach Wasserleitungsschäden
    Ursache: Undichte Heizungsrohre, Wasserschäden im Bad (Wanne, Waschmaschine, Dusche undä.)
    Schadensbild: Bei diesen Schäden muss sofort und zügig mit entsprechenden Trocknungsgeräten oder durch Freilegung getrocknet werden. Meist dringen aber nur sehr kleine Wassermengen über einen langen Zeitraum ein. Die Schädigung wird erst sehr spät (oft nach 2 Jahren) erkannt. In diesem Fall kann bereits ein umfangreicher Deckenbereich befallen sein. Dieser Schaden ist erst mit der Freilegung feststellbar. Das Myzel breitet sich hier oft unter der Dielung und zwischen den Fußbodenplatten aus. Erfolgt eine lokale starke Durchfeuchtung, so siedeln sich vorwiegend Naßfäulepilze an.

    5. Schäden an Holzbalkendecken durch Kondenswasserbildung
    Ursachen: Durch unterschiedliche Temperaturen an Bauteilen und fehlende Entlüftung
    Schadensbereiche: Deckendurchbrüche an Wasserleitung und Fallrohre sowie Steinholzfußböden in Bädern. Diese Schäden sind lokal und lassen sich relativ gut als potentielle Schadensbereiche zuordnen.

    6. Schäden ohne erkennbare Ursache
    Ursache: Als Ursache könnten hier in frage kommen, verschüttetes Wischwasser oder ständiges nasses wischen der Dielung o.ä., Einbau nasser Hölzer und Schüttung oder beim Errichten des Gebäudes waren starke Niederschläge vorhanden.
    Schadensbereich: Diese Schäden sind mitten im Raum. Es ist kein Schaden erkennbar. Diese Schäden sind relativ klein und werden in der Regel nur durch Zufall festgestellt, wenn die Dielung geöffnet und die Schüttung entfernt wurde. Diese Schäden sind bei einer normalen Begutachtung nicht festzustellen. In der Regel hat der Pilz sein Wachstum eingestellt.

    7. Überbaute Schäden
    Ursache: Eine aus den Punkten 1 bis 6.
    Schadensbereich: Vorhandene Altschäden werden bei einer Sanierung oder Umbau überbaut. Liegen nur kleiner Schädigungen vor, so werden diese gar nicht oder erst nach sehr langer Zeit festgestellt. Übersehene Altschäden werden gerade nach Wasserleitungsschäden zum Ausgangsherd eines Neubefalls.

    8. Sanierung durch Eigenleistung

    Grundsätzlich muss hier eingeschätzt werden, dass bei einer unsachgemäßen Sanierung durch Eigenleistung in 90% der Fälle mit negativen Folgen zu rechnen ist.(Vergleich Pkt. 5.) Unabhängig ob es sich um eine Schwammart oder einen anderen holzzerstörenden Pilz handelt, es treten statische Probleme auf. Eine Reihe von Pilzen sind Kernholzzerstörer. Die Oberfläche der Deckenbalken ist in Ordnung und die Mitte ist hohl. Die Diagnose der Schadensursache, der Ausbreitung, der Pilzart und die daraus abzuleitende optimale Bekämpfung und Sanierung bedarf ein umfangreiches Fachwissen. Die Anwendung der Bekämpfungsmittel unterliegt der Gefahrstoffverordnung und es müssen eine Reihe Sicherheitsanforderungen eingehalten werden. Die amtlich zugelassenen Holzschutz- und Schwammbekämpfungsmittel werden nur an Fachunternehmen mit entsprechendem Qualifizierungsnachweis ausgehändigt. Baumärkte haben eine andere Funktion. Die dort eventuell angebotenen Mittel sind auf ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit auf die Gesundheit nicht geprüft. Die Abgabe erfolgt nur in Kleinstmengen, also wirklich nur für kleine unbedeutende Schäden.

    Bei den vorgefundenen mehreren hundert Schäden waren auch solche dabei, wo der Mieter in Eigenleistung eine Sanierung vornahm. Nur in einem Fall wuchs das Myzel nicht mehr weiter. Im letzen Jahr hatte ich bereits über 10 Anfragen vor allem aus dem Gebiet um Ruhr, mittleren Rhein und Ruhrgebiet, wo in Eigenleistung irgendetwas versucht wird beziehungsweise wurde. Dem Hausschwamm haben diese Aktivitäten kaum "beeindruckt"...

    Wird ein holzzerstörender Pilz festgestellt, so ist eine fachgerechte Sanierung erforderlich. Unterbleibt diese, so breitet sich in vielen Fällen unbemerkt der Schaden weiter aus. Die nachfolgenden Sanierungskosten betragen dann oft das Mehrfache. Geradezu unverständlich, wie leichtfertig viel Bundesbürger mit Ihren Vermögenswerten umgehen. Es wird gespart, koste was es wolle. Eigenleistungen sind sicherlich sehr nützlich aber in diesem Fall ohne fachliche Anleitung und Kontrolle vollständig fehl am Platz.

    9. Sanierung von pilzbefallenen Materialien (Einrichtungsgegenstände)

    9.1. Einleitung

    Einrichtungsgegenstände oder Haushalttextilien können sowohl durch Myzelbewuchs oder Sporen des Fruchtkörpers eines holzzerstörenden Pilzes befallen oder geschädigt werden. Unabhängig von der ordnungsgemäßen Sanierung des Gebäudes entsprechend der DIN 68800 Teil 4 sind Einrichtungsgegenstände gesondert zu betrachten. Liegt ein Befall im bedeckten Bereich, zum Beispiel in der Holzbalkendecke vor, so besteht nicht unmittelbar ein Zusammenhang. Ausgenommen der Schrank aus Holz beziehungsweise Holzwerkstoff steht auf der verwölbten Dielung.
    Anders ist die Sachlage zu bewerten, wenn im Befallsraum sich bereits massiv Fruchtkörper gebildet haben und eine hohe Sporenbelastung vorliegt oder die Einrichtungsgegenstände bereits von Myzel oder vom Fruchtkörper überwachsen wurden. Im letzen Fall sollten Gegenständen aus organischen Bestandteilen entsorgt beziehungsweise teilweise entsorgt werden. Dies ist immer abhängig vom ideellen oder wertmäßigen Wert des Gegenstandes. zum Beispiel eine Gardine oder ein Teppich neben einem Fruchtkörper beziehungsweise diese wurden bereits befallen, sind ordnungsgemäß zu entsorgen. Der Verlust dürfte vertretbar sein. Befindet sich ein Fernseher an der anderen Ecke des Raums und der Befall ist relativ gering, so braucht keine Entsorgung vorgenommen werden.
    Dies soll wie folgt begründet werden:
    Haushaltgegenstände sind trocken, werden ständig von der Luft umspült und werden in der Regel ständig kontrolliert. In vielen Fällen stellen sie so keine unmittelbare Gefährdung für einen Neubefall dar. Grundsätzlich sollte hier verantwortungsvoll entschieden werden.

    Die Reinigung hat so zu erfolgen, dass möglichst keine Sporen oder Myzelteile über Luftbewegung auf andere Gegenstände übertragen werden. Auf den Fußboden und auf nicht befallener Haushaltgegenstände sollte eine PE-Abdeckfolie aufgelegt werden. Nach der Reinigung der Gegenstände wird die Folie vorsichtig zusammengelegt und entsorgt. Kleidung und Schuhe sind nach der Maßnahme zu wechseln und wie üblich zu säubern.

    9.2. Glatte Oberflächen

    Diese Materialien dienen nicht als Nahrungsgrundlage. In Einzelfällen dient der abgelagerte Staub und Fett als Nahrung. Glatte Oberflächen aus anorganischen Stoffen, wie Metalle, Glas, Keramik sowie Plasterzeugnisse lassen sich mit Wasser und Haushaltreiniger säubern. Hier könnten auch Schwammbekämpfungsmittel verwendet werden. Nach entsprechender Einwirkzeit sind diese wieder zu entfernen. Hier sind die entsprechenden Verarbeitungsvorschriften des Herstellers zu beachten und entsprechende Körperschutzmaßnahmen einzuhalten. Für Kühlschränke (innen) o.ä. nicht verwenden, da ein Kontakt zu Lebensmittel nicht erfolgen sollte.

    9.3. Poröse Materialien

    Poröse Materialien (meist aus organischen Stoffen), wie Tapete, Gipskartonbauplatten, Gipsfaserplatten oder Putze, zum Teil (poröses) Mauerwerk und Verkleidungsplatten können in der Regel nicht ausreichend gereinigt beziehungsweise saniert werden, da hier in der Regel ein Myzelbewuchs durch das Material erfolgt beziehungsweise Sporen sich in den Poren festsetzen. Hier ist die Sanierung entsprechend der DIN 68800 Teil 4 vorzunehmen und die entsprechenden Sicherheitsabstände sind einzuhalten. Gebäudeteile sind von einer entsprechend qualifizierten Fachfirma zu sanieren beziehungsweise unter fachlicher Aufsicht eines spezialisierten Sachverständigen.

    9.4. Holz

    Holz stellt den Hauptnahrungsbestandteil der holzzerstörenden Pilze dar, zu den auch der Echte Hausschwamm gehört. Alle befallenen Holzteile sind auszubauen. Direkt angrenzende Holzteile sollten ebenfalls ausgebaut werden, wenn dies möglich ist. Hier kann sinngemäß nach den Ausführungen im Beuth-Kommentar zum Holzschutz DIN 68800 Seite 82 Fußnote 4 verfahren werden. Der Sicherheitsabstand längst zum Holz kann über den sichtbaren Befall des Substratmyzels auf 0,5 m verkürzt werden. Weiterhin kann von der Anforderung des Entfernes befallener Holzteile abgewichen werden, wenn sich durch geeignete Maßnahmen das Myzel abtöten und ein Wiederaufleben ausschließen lässt. Holzschutzmittel sind im Wohnbereich beziehungsweise ständigen Aufenthaltsraum nicht zum Einsatz zu bringen. Wie weit nachträglich eingebrachte pilzwidrige amtlich zugelassene Holzschutzmittel eine abtötende Wirkung im Holz haben, ist nicht ausreichend wissenschaftlich Untersucht. Hier währen Heißluft- oder Begasungsverfahren (Brommethan) eventuell auch in Kombination mit einem vorbeugenden pilzwidrigen Holzschutz oder Mikrowellentechnik anwendbar. Einzelnen Holzteile, wie zum Beispiel beim Treppengeländer, kann mit einem Heißluftgebläse gearbeitet werden. Trockene ständig kontrollierbar und von luftumspülte Konstruktionen stellen keine unmittelbare Gefährdung dar. Zum Beispiel eine freihängende Holztreppe.

    Auf glattem Holz (Bretter, Balken, Geländer usw.) können mögliche Sporen ohne Probleme entfernt werden. (Natürlich nicht, wenn sich eine gut sichtbare Sporenschicht von einem in unmittelbarer Nähe befindlichen Fruchtkörper ausbilden konnte.) Bei der Entfernung ist eine Sporenverteilung durch Luftumwälzung zu vermeiden. Das Absaugen mit einem Staubsauber mit Mikrofilter könnte eventuell Probleme verursachen. Das leicht feuchte Abwischen mit Zellstoffhaushalttüchern und anschließend gleich in einen Foliebeutel stecken ist zweckmäßiger. Weitere Verfahrensweise ist wie im Punkt Möbel vorzunehmen.
    Holzwerkstoffe, wie Spanverlegeplatten oder Holzfaserplatten sollten ausgebaut und entsorgt werden. Durch ihre poröse Struktur und die Verteilung von Bindemitteln, kann mit einem Myzelbefall durch den gesamten Querschnitt gerechnet werden. Wenn sich Wandverkleidungen aus Holz im Schadensbereich befanden, so sollten diese vorläufig nicht wieder angebracht werden.

    9.5. Möbel

    Möbel, Stühle unda. haben meist eine geschlossene Oberflächenstruktur. Das kann Furnier, eine Kunststoffbeschichtung, Wachs- oder Ölschicht sein. Ein Befall kann sich unter Umständen auf die Staub- und Fettschicht beschränken. Die Oberfläche ist feucht zu reinigen, zu trocknen und gegebenenfalls mit 80%-igem Alkohol zu reinigen (Desinfektion). Arbeiten im Freien oder bei guter Durchlüftung vornehmen, da Brand- und Explosionsgefahr besteht. Befallen Möbel sollten entsorgt werden. Auch könnte man nur die befallenen (mit geringem Ausmaß) Einzelteile, wie zum Beispiel die Rückwand aus Hartfaserplatten, austauscht. (Baumärkte schneiden in der Regel die gewünschten Plattengrößen zund) Die übrigen Teile werden wie o.g. behandelt.

    9.6. Haushaltkeramik

    Diese sind mit üblichem Haushaltreiniger und Wasser zu säubern. Zusätzlich kann man die nicht brennbaren und formbeständigen Gegenstände in die elektrische Backröhre bei 150ordm;C und ca. 20-30 min. erhitzen. Diese Temperatur ist ausreichend, um die meisten Sporen abzutöten.
    (Holz erfährt bei einer Temperatur knapp unter 100ºC eine thermische Veränderung, daher ist diese Methode für Holz nicht sinnvoll.)

    9.7. Textilien

    Einrichtungsgegenstände mit Polsterung (Sessel, Sofa) und Haushalttextilien (Gardinen, Auslegware, Teppich unda.) lassen sich nur mit großem Aufwand sachgerecht sanieren. Textile Fußbodenbeläge aus dem Schadensraum sollten entsorgt werden. Gardinen, die sich nicht unmittelbar im Schadensbereich befinden, können unter Umständen in der Waschmaschine so warm wie möglich gewaschen werden. Die Verwendung von Enzymwaschmittel könnte hierbei von Vorteil sein. Enzyme lösen Eiweißverbindungen, unabhängig ob diese tot oder lebend sind. In wie weit sich dies auf die Sporen auswirken, kann nicht mit Bestimmtheit genannt werden. In diesem Zusammenhang soll auch noch einmal darauf hingewiesen werden, dass Sporen sehr widerstandsfähig sind und extreme klimatische Bedingungen überstehen können. Myzel dagegen lässt sich in der Regel leichter abtöten. zum Beispiel werden Fußpilze bei einer Waschtemperatur von 30ºC nicht abgetötet. Erst ab einer Temperatur von 60ºC erfolgt eine Minderung um den Faktor 10.000 und bei 90ºC erfolgt eine vollständige Abtötung. Sinngemäß sollte dies beim Waschen von pilzbefallenen Textilien berücksichtigt werden.
    In der Textilindustrie erhalten bestimmte Textilien, wie zum Beispiel Socken, Strümpfe, Futterstoffe, Wolldecken, Teppiche für Badezimmer unda., antimikrobielle Ausrüstung. Das sind Chemikalien (unter den verschiedensten Namen wie Sanitized, Actifresh, bioguard usw.) die zum Einsatz gegen Mikroorganismen kommen, wie sie für de Kampf gegen Pilze oder als Wachstumshemmer verwendet werden. Zelte und Planen werden im Freien besonders stark vor Fäulnis und Verrottung beansprucht. Die Baumwolle oder das Leinen wird teilweise mit hochgiftigen Chemikalien geschützt. Diese stehen zwar nicht unmittelbar im Kontakt mit der Haut aber für eine spätere Entsorgung stellt es ein Umweltproblem dar.

    Literaturzusammenstellung zum Echten Hausschwamm: (unvollständig)

    Verschiedene   Bilder  als Thumb und mit größerer Auflösung zum Echten Hausschwammbefall. Weitere sehr schöne Bilder wurden von Herrn Dipl.-Ing. Gerd Gatkowsky (Halle) zur Verfügung gestellt. Bild 1  (81 KB)     Bild 2 (95 KB)     Bild 3 (63 KB)


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