Von Interessengruppen und der Unterstützung durch die Medien werden Ängste geschürt, dass Rohstoffe in der Erdkruste endlich sind. Es wird von Rohstoffkrisen gesprochen [1], und dass Rohstoffe und Energie immer knapper und teurer werden [2] und in 42 Jahren ist alles vorbei. [7] Rohstoffe sind eine Ware und es kommt immer wieder zu Engpasssituationen. Ein normales zyklisches Verhalten im freien Markt, welches von der Nachfrage und dem Angebot bestimmt wird. Der Bestseller "Limits to Growth" sagte ein zur Neige gehendes Rohstoffangebot voraus. [3] So sollten zum Beispiel (bezogen auf 1972) die Rohstoffe für die Aluminiumgewinnung noch 31 Jahre reichen. [4] Nach der statischen Reichweite für Erdöl von 1950 hätte das Öl 1970 alle sein müssen. Die statische Reichweite hat sich aber verdoppelt, auf über 40 Jahre und das Erdgas reicht 60 Jahre. [5, 6]
Der Begriff der Reserve drückt den wirtschaftlich gewinnbaren Teil der Vorkommen eines Rohstoffs aus. Ist nicht mit der endlichen geologischen Verfügbarkeit von Rohstoffen zu verwechseln. Der Anstieg der Reserven vieler Rohstoffe wird einmal von der Nachfrage und Angebot bestimmt (durch Preisanstiege bestimmter Rohstoffe wird die Gewinnung ökonomisch) aber nicht in jedem Fall ist der Preisanstieg verantwortlich, sondern ist im technologischen Fortschritt bei der Exploration (Erforschung) und der Förderung von Rohstoffen zu suchen.
So würden zum Beispiel der jährliche Bleibedarf theoretisch rund 85 Mill. Verbrauchsjahre [8], die Kupfervorkommen etwa 83 Mill. Jahre [9], Zink rund 169 Mill. Jahre und Eisen 600 Mill. Jahre [10] reichen. Diese Rohstoffe können meistens wieder verwendet werden. Es soll aber auch darauf hingewiesen werden, dass nur ein Teil der Rohstoffvorkommen gefördert werden kann. Gehen bestimmte Rohstoffe zur Neige, so wird meist auf der Grundlage neuer Technologien auf andere ausgewichen.
Anders ist es bei den Energierohstoffen wie Öl und Gas. Aber auch hier wird eingeschätzt, dass eine Erschöpfung der weltweiten Vorräte nicht zu befürchten ist [11] und nach Auffassung des World Energy Council (WEC) sind ausreichend Rohstoffvorkommen vorhanden, um die wachsende Energienachfrage bis weit ins 21. Jahrhundert zu decken. [12]
In Deutschland gibt es Vorräte von etwa 30 Milliarden t Steinkohle und 60 Milliarden t Braunkohle.
"Eine Politik mit der Angst vor der baldigen Endlichkeit der Energierohstoffe ist unbegründet". [13] Aber Angst dient gewaltigen Umsatzsteigerungen ganzer Industriezweige, vor allem von Nischentechnologien, Dämmstoffberge, Sondersteuern oder zur Begründung nachwachsender Rohstoffe für die Energiegewinnung, die zur Verknappung von Nahrungsmittel führen und zu Umweltschäden führen. Zum Beispiel reichen die heimischen Rapsölmengen nicht für die Zumischung zu Benzin und Diesel aus. Den Transport übernehmen Schiffe, deren Dieselmotoren durch Erdölkraftstoff angetrieben werden und Regenwälder werden abgeholzt, um Ölpalmen anzupflanzen. Für die Herstellung von 1 Liter Treibstoff aus Pflanzen sind 4.500 Liter Wasser notwendig. (Zeit 4.4.07) Schon heute müssten rund 1 Mrd. Menschen ohne sauberes Trinkwasser auskommen. Trinkwasser ist auch ein wertvoller Rohstoff.
Skrupellose Ausbeuter und Egoisten aus Wirtschaft und Politik manipulieren und ängstigen die Bürger, um ihre Interessen auf einfache Weise durchzusetzen.
Peter Rauch 1.10.2007
Quelle:
[1] Reichel, W. (2006), Argumente für die Sicherung eines heimischen Steinkohlesockels. Energiewirtschaftliche Tagesfragen 56 (Special 1): S. 32
[2] RAG (Hrsg.) (2005), Rohstoffe und Energie werden immer teurer und knapper. Braucht Deutschland eine neue Energiepolitik? RAG-Magazin 2005 (1) 1/2005
[3] Meadows, D.L., D.H. Meadows, J. Randers, and W.W. Behrens III (1972a), Limits to Growth. New York: Universe Books, S. 45
[4] Meadows, D.L., D.H. Meadows, E. Zahn und P. Milling (1972b), Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Stuttgart: DVA, S.54
[5] BGR - Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hrsg.) (2003), Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen 2002. Kurzstudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Hannover, S. 96
[6] BGR - Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hrsg.) (2006), Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen 2005. Kurzstudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Hannover, S.38, 49
[7] (F.A.S.) am 8. Januar 2006: "In 42 Jahren ist alles vorbei". Dieser Titel bezog sich auf Aussagen des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), das mit einer "realen" statischen Reichweite für Erdöl von 22 Jahren rechnet, für Erdgas von 42 Jahren.
[8] Nordhaus, W.D. (1974), The Allocation of Energy Resources. Washington, DC.
[9] Hille, J. (1995), Sustainable Norway: Probing the Limits und Equity of Environmental Space. Oslo. S 279
[10] Meadows, D.L., D.H. Meadows und J. Randers (1992), Die neuen Grenzen des Wachstums. Die Lage der Menschheit: Bedrohung und Zukunftschancen. Stuttgart: DVA, S. 114
[11] Hirschhausen, Ch. von (2005), Strategien zur Sicherung der Energieversorgung im Transatlantischen Vergleich. Reprint des Abschlussberichtes des HITI Workshops am 3. und 4. Juli 2005. Humboldt Institution on Transatlantic Issues S. 5, Internet: www.transatlantic-issues.org.
[12] DNK - Deutsches Nationales Komitee des Weltenergierates (Hrsg.) (2006), Energie für Deutschland 2006: Fakten, Perspektiven und Positionen im globalen Kontext. Berlin. S. 28
[13] Bohnenschäfer, W. (2005), Beitrag der Energieträger zur sicheren und wettbewerbsfähigen Energieversorgung. In BDI und A.D.Little (Hrsg.), Nachhaltige Energiepolitik für den Standort Deutschland. Anforderungen an eine künftige Energiepolitik. Berlin, S. 68
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