Ingenieurbüro Peter Rauch
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Was gehört zum gesunden Wohnen und Bauen? - Baubiologie

Ein gesundes, glückliches und aktives Leben in Gegenwart und Zukunft kann man weder kaufen noch gesetzlich verordnen oder in einem bunten Hauskatalog auswählen. Es ist viel mehr. Es hängt vorrangig von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und den wirtschaftlichen Voraussetzungen, von der eigenen Lebenseinstellung, dem Wohnverhalten aber auch von den inneren und äußeren Umweltfaktoren ab.
Es findet eine Wechselwirkung zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit statt. Ein optimales Zusammenspiel aller dieser Kriterien trägt zum körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefinden der Menschen bei.
In der nachfolgenden Tabelle 2 wird der Versuch unternommen, die inhaltlich ineinanderfließenden und wechselseitigen Abhängigkeiten darzustellen.

Aber kommen wir zum Menschen, der ein Bestandteil unserer natürlichen Umwelt ist. Die Bevölkerungszahl steigt zurzeit dank der höheren Lebenserwartung exponentiell, allerdings mit stark gedämpften Wachstumsraten. Alle wollen Menschen leben, daher benötigt der Mensch immer mehr Ressourcen, wie Rohstoffe, Nahrungsmittel und Lebensraum. Sehr wichtig hierbei die Natur als Bestandteil unserer Existenz zu betrachten. Mit den Rohstoffen und Ressourcen sinnvoll und wirtschaftlich umzugehen und vor allem kein Raubbau zu betreiben. Die natürlichen Lebensräume für die Fauna und Flora soweit wie möglich zu erhalten.

Bevölkerungswachstum:
Im Jahr 1800 lag die Zahl der Menschen noch bei rd. 1 Mrd. Von 1900 bis 2004 stieg die Weltbevölkerung von 1,6 Mrd. auf 6,4 Mrd.; davon leben 60,8% in Asien, 13,7% in Amerika, 12,0% in Europa (einschl. Russland), 13% in Afrika und 0,5% in Australien und Ozeanien.
Gegenwärtig wächst die Weltbevölkerung jährlich um rd. 80 Mio., was ungefähr bei rd. 1,2% liegt, tendenziell zurück gehend, doch geht man davon aus, dass die Bevölkerung weltweit noch jahrzehntelang weiter zunimmt; für das Jahr 2050 rechnen die Vereinten Nationen mit weltweit 8,9 Mrd. Menschen. [1]

Lebenseinstellung Wohnen - Arbeiten - Freizeit
Werte, die mit einer - nach persönlicher Auffassung - richtigen Lebensführung verbunden sind.
  • kann aus philosophischen, religiösen, politischen oder auch anderen Überlegungen und Überzeugungen gegenüber dem Umfeld (Familie, Schule, Beruf unda.) herausresultieren
  • bewusste wie unbewusste Übernahme vorgelebter Lebenseinstellungen von Generation zu Generation (Lebensgestaltung)
  • Wertvorstellungen (persönliche, religiöse, sittliche und materielle)
  • Wertewandel von Fügsamkeits- und Unterordnungswerten zu mehr Selbstentfaltungswerten
  • Lebensstil und Lebensart
  • Wohnverhalten
  • Falsche Risikoeinschätzung
  • Soziale Komponenten, die eine bestimmte Lebensführung vorschreiben, z. B. Auto als Statussymbol, eigenes Haus usw.
Die Wiedergeburt der traditionellen Verflechtungen
  • Wandlung der Beschäftigungsstruktur
    (künftig sind nur noch ca. 5 % der Beschäftigten in der Industrie tätig, Umstrukturierung von Unternehmen bei gleichzeitiger Dezentralisierung von Wertschöpfungen; neue Beschäftigungsformen, wie Telearbeit, Teilzeitarbeit, befristete Arbeitsverhältnisse, abhängige Selbstständigkeit und E-Lancing, neue flexible Arbeitskonzepte, wie Shared-Desk, non-territoriales Arbeiten, mobiles Arbeiten und die Nutzung von Business-Centers und Callcenters
  • für die Existenzsicherung sind zum Teil 2-3 Jobs erforderlich
  • Veränderung der Alltagsprozesse (rationeller Lebensprozess, offene kritische Prozesse)
  • Änderung der Rolle der Familie (Gleichstellung der Frau, weniger Kinder)
  • Lebensstil und Lebensart
GebäudePolitische und ökonomische Einflüsse
  • Bebauung nach Erfahrungen oder allein nach kommerziellen Interessen und Ignorierung bekannter Risiken,
  • Schutzfunktion
  • Funktion des Gefühls Behaglichkeit, Geborgenheit und Wohlfühlen
  • kostengünstige Bauweise
  • Architektur und Gestaltung des Hauses, daraus leitet sich die Konstruktion, Raumkombination, Raumgröße, die Baumaterialien, Dekoration und Ausstattung, Frischluftzufuhr und gesunde Heizwärme ab
  • Erfahrungen und anerkennte Regeln der Baukunst oder/und Gesetz- und Normenregelwerke
(Dies kann nur stark vereinfacht dargestellt werden.)
  • Lokale stärkere Belastung durch Stoffe, so dass die Lebensbedingungen in Böden, Gewässer und Luft verändert werden
  • Gezielte Veränderung der Landschaft, z. B. Land- und Forstwirtschaft, Bergau-folgelandschaft
  • Abbau von bestimmten Rohstoffen, die zur Verknappung führen
  • Ausnutzung der Monopolstellung der Energiekonzerne
  • Haushaltsanierung des Staates durch Erfindung der Kollektivschuld, um zusätzliche Abgaben und Steuern zu begründen, z. B. menschliche Aktivität bei der Treibhaus-Auswirkung
  • Kampf um wirtschaftliche, politische und religiöse Vorherrschaft von Interessengruppen oder Einzelpersonen
  • Starke Reglementierung der Wirtschaft durch den Staat und zunehmende Ausheblung der Marktmechanismen.

Quelle:
[1] Begriff Bevölkerung aus Bertelsmann Universallexikon 2006 © 2005 Systhema in der United Soft Media Verlag GmbH, München
Vorträge Teleakademie WDR (2005) von Prof. Gittens, Prof., Dr. Peter Sloterdijk, Prof. Peter Voß, Prof. Dr. Ernst Callenbach; Teilweise sind die Ausführungen/Vorträge auf den jeweiligen Websiten der Institute/Lehrstühle veröffentlicht
Prof. Dr. Helmut Klages; Vortrag am 24.1.2005, Die Verantwortungsbereitschaft der Menschen - eine vernachlässigte Ressource? in Informationsdienst Wissenschaft e. V. http://idw-online.de/pages/de/news97521
Bauer, Wilhelm; Auszug aus Szenarien und Transferkonzepte für die innovative Arbeitsgestaltung im Büro der Zukunft, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) 2000
Schmidt, Joachim; Bauen aber richtig, 1. Aufl., Books on Demand GmbH, Norderstedt 2005
Hartz IV für Wissenschaftler vom 8.3.2007 http://inhalt.monster.de/12427_de-de_p1.asp

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