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2.3. Schimmelvorkommen in der Luft

Die Konzentration der Sporen ist im Winter verhältnismäßig niedrig, sie steigt dann in Mitteleuropa in den Sommermonaten (September) beachtlich an. Dabei hängt diese einmal von der höheren relativen Luftfeuchte und der Temperatur sowie auch von der Staubmenge in der Raumluft ab, da sich Mikroorganismen an Staubteilchen anhängen. (Bei Sterilversuchen [1983-85] wurden teilweise die erfassbaren Messwerte von > 106 Teilchen/m3 überschritten.) Damit können die Angaben in der Literatur bestätigt werden, wo die Anzahl der Sporen von Pilze in der Luft zwischen 103 bis 106 je m3 liegen.
Ihre Anzahl steigt besonders dann an, wenn mit Materialien gearbeitet wird, wo viel Staub entsteht, wie in Scheunen, Mühlen, Tierställe, in der Holzverarbeitung uvm. In der freien Luft ist die Lebensdauer von Pilzsporen von der Temperatur, der Luftgeschwindigkeit und der Sonneneinstrahlung abhängig. Farblose Sporen werden rasch durch die ultraviolette Strahlung abgetötet. Daher dominieren pigmentierte Sporen von Alternaria und Cladosporium, Schwärzepilze, die überall auf verrottendes organisches Material wachsen. Alle Mikroorganismen beginnen ihr Leben als einzelne Zelle oder Spore und sind in der natürlichen Umgebungsluft vorhanden. Dabei können jahreszeitlich abhängig Größenordnungen von 1000 bis 10.000 Pilzsporen/m3 Umgebungsluft vorhanden sein. Dem gegenüber ist die Anzahl von Bakterien in der Luft nicht vom Nährstoffangebot, der Feuchtigkeit und Temperatur abhängig. Die Keimzahl in der Luft ist kein Ausdruck von Wachstum und Vermehrung, sie wird vom Anteil der Luftverschmutzung (Staubpartikel) bestimmt. Diese ist wiederum abhängig von den geographischen Bedingungen, Wetter, Klima, Besiedlungsdichte, Jahre- und Tageszeit, Bodenbedeckung und Landschaftsstruktur. Meist bleiben Bakterien in unmittelbarer Nähe ihres Herkunftsortes. [19] Oft wird vermutet, dass gerade in der Toilette viele Mikroorganismen vorhanden sind. Das ist nicht der Fall. Messungen durch das Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung zeigten im Kühlschrank 10 Million Mikroorganismen pro m2 im Kondenswasser. Oder ein Milliliter Wasser aus dem Spüllappen enthielt mehr als 4 Millionen Mikroorganismen. Diese werden dann gleichmäßig über die Küchentisch verteilt. Demgegenüber war die Toilettenbrille fasst keimfrei. [65]

Durch das Belüften des Gebäudes findet zwangsläufig auch ein Verringerung der Konzentration an Mikroorganismen und Schadstoff-Vorkommnissen statt. In der Regel sollte eine Verdünnung erfolgen. Ist die Konzentration in unmittelbare Nähe des Gebäudes oder an der Außenseite höher, so werden lebende oder tote Pilzteile herein gelüftet, analog betrifft dies auch für Bakterien zu. Empfindliche Bewohner (weiter unter Punkt 5.1.) sollten diesen Aspekt berücksichtigen. Man kann bewusst darauf Einfluss nehmen, dass die Konzentration von Mikroorganismen im Außenbereich den natürlichen Umfang nicht wesentlich überschreitet. Das ist zum Beispiel die Vermeidung von optimalen Lebensbedingungen zum Beispiel für Bakterien, Algen und Pilze. Die Übertragung von pathogenen Bakterien durch die Luft ist zwar möglich, jedoch im Allgemeinen selten. Bakterien benötigen wie bereits genannt Staub oder feinste Wassertröpfen (Husten oder Niesen) an den sie anhängen und so "transportiert" werden. Unter den Einfluss des Sonnenlichts werden diese rasch abgetötet. [19]

 

 

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